Vorwürfe und wie gehst Du damit um?

Podcast-Transkript Nr. 575

Wiebke: Hallo Philipp, hallo lieber Zuhörer, schön, dass Du wieder da bist.

Philipp: Wir möchten euch diese Woche gerne mitnehmen an den Ammersee. Das ist so eins der schönsten Dinge, die man hier tun kann. Während eines Seminars oder danach oder davor…

Wiebke: Neben dem Starnberger See

Philipp: … Abends sich diesen Sonnenuntergang da am Ammersee anzugucken.

Wiebke: Ein Traum.

Philipp: Ich habe das tatsächlich erst durch Dich so schätzen gelernt. Diesen Sonnenuntergang tatsächlich aufzusaugen, anzunehmen und mal innezuhalten, um den wirken zu lassen.

Wiebke: Ja, das ist so schön ist, könntest Du jeden Abend haben.

Philipp: Und als wir uns da letzte Woche verabredet hatten, gab’s so ne kleine Situation und das finde ich total spannend, da immer mehr Bewusstsein reinzubringen und auch Deine Perspektive kennenzulernen. Um da nochmal zu verstehen Wie tickt mein eigenes Wesen? Meine eigene Strategie? Mein Unterbewusstsein? Ich weiß nicht genau, wie würde das im N.L.P. dann heißen? Was passiert da?

Wiebke: Strategien sind schon gut.

Philipp: Aus meiner Perspektive war es so, dass wir uns zum See verabredet haben, mit dem Wunsch, ein Fischbrötchen zu essen. Noch nicht so ganz klar war. Welcher Zeitpunkt wird es werden?

Wiebke: Genau. Ich war unterwegs und sagte „Ich habe noch ein paar Dinge zu tun. Ich sag Bescheid. Wenn ich losfahre.“

Philipp: Dann hab ich von Dir die Nachricht bekommen, dass Du da bist, und dann bin ich hingegangen.

Wiebke: Ja, das Coole war, ich hab gedacht, wir essen gleich zusammen Fischbrötchen und hab nichts vorher gegessen, weil das mein gefühlte „Wir essen noch eine Kleinigkeit und dann geht’s los“, spazieren, besprechen.
 
Und als Du dann kamst, sagtest du, „ich hab schon eine Kleinigkeit gegessen“, weil ja auch nicht klar war, wann ich genau dann da sein werde und dass der Fischladen dann zu hatte. Damit haben wir beide nicht gerechnet.

Philipp: Das Stimmt.

Wiebke: Und es war so ne coole Situation. Was denken dann Menschen? Du hast Dich verabredet und denkst, Du gehst jetzt gemeinsam Fischbrötchen essen und der eine kommt und sagt „Ich hab schon was gegessen.“ 
 
Es gibt ja Menschen, die machen ja dann sofort einen Vorwurf.

Philipp: Na klar.

Wiebke: „Wir waren doch verabredet.“ 
„Du weißt genau…!“ 
„Ich dachte, wir wollen.“ 
Und dann einfach mal die Verhaltensweisen anzugucken oder Strategien, weil Du hattest vorher Hunger. Darf man dann vorher was essen?

Philipp: Hahahaha. Tatsächlich ist das eine total für mein Verständnis von Welt berechtigte Fragen, weil ich mir ganz lange verboten hab, da was zu essen und irgendwann gemerkt habe wenn ich zumindest dafür sorge, dass so dieser Not-Hunger, dass der gar nicht erst zustande kommt, sondern ich so eine kleine Grundlage mit mir herumtrage. Geht es allen besser. So die Kurzzusammenfassung.

Wiebke: Ich hatte neulich auch so eine Situation. Ich war Abends ganz fein zum Essen eingeladen. Allerdings erst um sieben. Und da ich den ganzen Tag kaum was gegessen hatte, hatte ich dann um fünf solchen Hunger, dass ich sag: „Was mache ich denn jetzt?“ 
 
Wenn wir uns um sieben treffen, gibt es frühestens ab halb acht, acht Essen. Das halte ich nicht aus. Und diese Balance zu haben. Wie viel isst Du jetzt, um trotzdem noch zu dieser wunderschönen Einladung genügend Hunger zu haben? Das fand ich auch eine Herausforderung. Ich musste dann auch was essen und hab dann paar Nüsse gegessen. Nur war klar alle kriegen was zu essen. 
 
So an dem Abend, an dem wir uns dann getroffen haben, war ja, wir gehen eigentlich spazieren und besprechen Dinge. Und da gab es jetzt nichts anderes spontan zu essen bzw. ich hab dann gedacht „Nä!“

Philipp: Okay?!

Wiebke: „Dann esse ich halt jetzt nix!“ Wirklich ein bisschen. Ich kenne auch meine Reaktion dann manchmal und das ist super spannend zu sehen, wo ich denke. „Sach mal, wenn Du Hunger hast, dann ist da halt was oder sagst halt. >>Ich hab noch nichts gegessen, ich würde gerne noch etwas<<“ und das war kein Vorwurf im Sinne: 
 
„Warum hast Du Dich nicht an die Regeln gehalten?“ 
sondern 
„was ist jetzt meine eigene Strategie gewesen?“ 
 
Und das finde ich so spannend zu beobachten. Wie reagierst Du auf? Ich hab schon gegessen für Dich war es vielleicht wenn der Fisch Brötchen Laden offen gehabt hätte, dann hätte sie sicherlich noch ein Fischbrötchen gegessen. Genau. Oder Fisch ohne Brötchen. Diese gemeinsamen Reaktionen. Was ist die Strategie des einen? Was ist die Strategie des anderen? Der eine fragt dann vielleicht noch nicht mal „Hast Du was gegessen?“, „Hast Du Hunger?“ weil Du ja davon ausgehst, Du hast Dich auch um Dich gekümmert.

Philipp: Genau! In diesem Fall tatsächlich. Das hat mich eben echt verwundert, dass Du dieses starke „Ne! Jetzt esse ich nichts mehr!“, weil das hab ich so von außen gar nicht in der Form mitbekommen.

Wiebke: Genau das ist State-Control. 
Das lernst Du im Kommunikationstrainer und im Coach.

Philipp: Und ja, tatsächlich, also dadurch, dass mein eigenes Dringlichkeit Notwendigkeit dadurch, dass ich die erst einmal im Griff hatte, hab ich jetzt vielleicht auch gedacht – einfach blinder Weise sozusagen – „Ah, die wird schon genauso…“

Wiebke: JA

Philipp: … um sich gesorgt haben.“

Wiebke: Und das ist ein wunderschönes Beispiel für „Wie gehen wir davon aus, was wir tun oder was dann auch die anderen tun“, wenn wir uns selber um uns kümmern, ist ja die Vornahme da, dass die anderen das auch tun. 
 
Ich liebe solche Situationen, weil das so wunderschön darstellt, wie wir in unserer Welt leben und wie andere in ihrer Welt leben und nicht dem anderen einen Vorwurf zu machen. Das ist mir ganz ganz wichtig, sondern es war ja meine Entscheidung, dann nichts zu Dir zu sagen und zu sagen „Okay, dann geh wir halt jetzt gleich spazieren.“ 
 
Ich hätte auch sagen können – und es wäre völlig normal und ok gewesen – „Du, ich hab jetzt noch Hunger. Ich muss jetzt irgendwas noch kurz essen.“

Philipp: Volle Kanne.

Wiebke: und das hättest Du ja auch erwartet. Oder hast Du ja auch erwartet. Und es ist meine Entscheidung. Nur es gibt viele Menschen, die dann dem anderen den Vorwurf machen. Im Sinne von: „Weil Du dann was gegessen hast, hab ich nichts mehr essen können. Und weil Du, weil Du, weil Du“

Philipp: Oder sich selbst. Das kenn ich auch, dass dann in der Situation oder spätestens wenn wir jetzt drüber sprechen, ich mir selber dann auch denke, „oh, hätte ich jetzt überhaupt nichts essen dürfen?“ und diesen Vorwurf erst einmal zu mir nehme. Oder „Hätte ich Dich fragen müssen? Wie sieht es denn bei Dir aus? Brauchst Du noch was? Ja. Können wir los starten?“

Wiebke: Und es gibt Menschen, die dann natürlich darüber sich streiten und unendlich viel Energie in irgendetwas tun, was gefühlt eine Kleinigkeit ist.

Philipp: Das hab ich in der Klarheit aber auch erst hier kennengelernt, dass Du wirklich sagst Du, es gibt keine Kritik. Alles ist nur Feedback oder Kommunikation.

Wiebke: Ja

Philipp: Und dann ist es letzten Endes die eigene Bewertung, die eigene Strategie, was ich dann draus mache.

Wiebke: Ich hab dann auch kurz überlegt im Sinne von „ich hätte ja was essen können, ich hätte ja“, mir geht’s jetzt in diesem Punkt erst mal um diese spontane Vorwurfs-Situation, wie manche Menschen – ich nenne es mal – in die Vorwurfs-Falle tappen. 
 
Dieses Thema dem anderen einen Vorwurf machen oder etwas vorhalten, darüber nachzudenken was könntest Du tun, bevor Du spontan jemanden einen Vorwurf machst? Nimmst Du einen tiefen Atemzug, sagst Du erst mal gar nichts oder akzeptierst Du erstmal die Lage so wie sie ist? 
 
Er hat schon gegessen, okay, und dann zu überlegen: „Was machst Du jetzt damit?“ Es gibt ja keinen Grund, einen Vorwurf zu machen, wenn jemand sich in einer gewissen Art und Weise verhalten hat. Weil es ist ja eigentlich nur eine Erwartung, die derjenige gefühlt nicht erfüllt hat.

Philipp: Wenn ich jetzt mal da ein Extrem reingehe. So in den unterzuckerten Philipp, der sich fest verabredet hat, ein Fischbrötchen zu essen und extra nichts gegessen hat, weil er genau wusste, dass ist heute Abend jetzt für mich meine Art, wie ich essen möchte und ich warte extra auf den anderen! Weil zusammen ist viel schöner. Warum soll ich denn alleine mir das jetzt mal reinziehen, wenn ich mich schon verabredet habe … um Fischbrötchen zu essen?!
 
In der Situation selbst, wenn das sich so alles auch ein Gefühl, so ein bisschen Anstaut. Weiß ich gar nicht, ob ich da einen ruhigen Atemzug nehmen könnte oder da wirklich reflektieren würde, weil ich hab ja Hunger das ist ja ein Überlebensinstinkt der da wach wird.

Wiebke: Ich verstehe das sehr gut, weil manche Menschen und so war ich ganz früher auch mal.. Wie gehst Du mit so einer Unterzuckerung um oder mit diesem Hunger? 
 
Das Ziel ist ja nicht, dass derjenige sich irgendwelche Süßigkeiten antut, sondern dass Du was Gesundes isst und dass Du Dich darum kümmert, dass es Dir gut geht. Und meine Reaktionen von „Dann esse ich halt gar nichts.“ Ist ganz alt, also schon Jahre her, dann ess ich halt gar nichts. Damit wir die Unterzuckerung noch schlimmer. Und damit wird natürlich gefühlt ein Gespräch nicht so entspannt. 
 
Oder manche Menschen sagen dann manche Dinge nicht, weil sie vielleicht in einem Zustand von Unterzuckerung oder Hunger – nicht erfülltem Bedürfnis – anders sprechen, als wenn sie glücklich und zufrieden Ihr Fischbrötchen was auch immer gegessen haben. 
 
Es ist super interessant, Deine eigenen Strategien dabei zu beobachten. Wie kannst Du also gleichzeitig Dein Verhalten beobachten? Das finde ich das Coole, dass Du in gewisser Weise in Meta-Ebene gehst und auf Dich selber drauf guckst oder auch auf den anderen guckst und das erste Gefühl von Vorwurf wegzunehmen – w3eil es ist ja Deine Entscheidung, was Du tust.

Philipp: Diesen Vorwurf quasi für mich als Signal zu werten…

Wiebke: Ja

Philipp: …was ich innerlich so ein Post-it dran klebe „hey, schau mal nach innen rein. Nimm mal nen tiefen Atemzug. Überleg mal gerade.“ Das so die eine Sache, die ich total hilfreich finde, drüber nachzudenken. 
 
Die andere Sache ist dieses für den anderen Denken – ein Stück weit – bzw. sich in den reinzuversetzen, diese Situation, in der sich ja man selbst auch befindet, einfach von von mehreren Perspektiven mal beleuchtet. Weil der Den Teil der ist jetzt für mich relativ neu.

Wiebke: Das ist eins der wichtigsten Dinge beim Vorwurf. Genau das, was Du gerade gesagt hast. Die andere Perspektive einzunehmen. Was hat denn der Andere aus seiner positiven Absicht herausgetan? 
 
Damit ist ja von Deiner Seite aus eine Basis geschaffen worden, damit es ein entspanntes Gespräch gibt. Weil Du Dich um Dich gekümmert hast. Weil Du dafür gesorgt hast, dass es Dir gut geht und dass Du nicht mit einem Hungergefühl vor dem Fischbrötchen-Landen stehst.

Philipp: So wie sich die Situation jetzt entwickelt hat, lief das ja alles sehr schön ab und harmonisch. Also von außen betrachtet hätt man dem wahrscheinlich gar nichts angesehen. Da drehe ich gerne mal an diesem extremen Regler. Was macht man denn, wenn das in so einer Extremsituation dann so aufeinander knallt? Weil das kann ja genauso passieren. Und ich glaube, in beiden Fällen ist es ja total wichtig, irgendwie diese Augenhöhe wieder zu finden und diesen Austausch stattfinden zu lassen.

Wiebke: Es gibt sicherlich viele, viele, viele Situationen bei Menschen, das dann wirklich knallt. Da dies schon eine Art Bewusstheit erfordert, sich in dem Moment in Meta-Ebene zu begeben und da drauf zu gucken, statt sofort diesen Vorwurf zu machen. 
 
Ich hab das früher auch erlebt an mir selber und auch bei anderen, dass Menschen dann gesagt haben jetzt esse ich gar nichts mehr. Das ist wie eine Bestrafungsmechanismus, gefühlt an den anderen: „Wenn Du nicht dafür sorgst, dass sie das bekomme, dann lässt sich gar nichts mehr.“, „Dann wird die Stimmung halt noch schlimmer.“, „Siehste halt selber Schuld.“. 
 
Was kann der andere dafür, 
wenn Du Dich nicht darum kümmerst? 
 
Das gibts ja auch bei Menschen, die sich zum Essen verabreden. Oder einer kocht für den anderen und es gibt irgendetwas, was der andere überhaupt nicht mag. Und es gibt Menschen, die das dann total verweigern und sagen: „Ich esse gar nichts!“, „Ich habe keinen Hunger.“, „Wenn Du schon nicht das kochst, was ich essen will…“, „Wenn Du mich vorher nicht fragst…“, „Selbst Schuld!“. 
 
Das sind so diese Mechanismen, die ich super spannend finde. Ob mit Kindern, ob mit Partnern, ob im Beruf, es spielt keine Rolle. 
 
Wir haben jetzt das Thema Essen gewählt oder das Thema, wenn Du Deine eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt. Das gilt genauso. 
Wenn Du nicht dafür sorgst, dass Du entspannt bist, 
wenn Du nicht dafür sorgst, dass Du Dich im guten State befindest. 
 
Deine Aufgabe besteht also darin:
Wie kannst Du selbst in so einer gefühlten Stresssituation – Dein Bedürfnis wird nicht erfüllt, wurde nicht erfüllt, Du hast es selber nicht erfüllt, jemand anders hat es nicht erfüllt – wieder in einen guten State zu kommen. 
 
Ohne Vorwurf. 
Ohne: „Ich muss jetzt meinen Dampf ablassen“ und jemanden anders dafür verantwortlich machen.

Philipp: Da habe ich jetzt zwei spannende Extreme in mir drin. 
 
Das eine ist: wenn ich mich da rein steigere, in so einer Situation zu sein, wo es voll im Vorwurf ist – ob ich den jetzt bekomme oder gebe – wie kann ich lernen, damit umzugehen? 
 
Weil in der Situation direkt, glaube ich, stecke ich ja erstmal voll drin. Und da einen Umgang zu finden, weiß ich noch gar nicht, wie ich da reingehe. Absolut.

Wiebke: Das ist das, was Du natürlich im Seminar lernst, was Du immer wieder übst. Das zum Thema Glaubenssätze. Auch wenn Du glaubst, dass Du irgendwo drinsteckst, dann nicht so schnell angeblich wieder rauskommst.

Philipp: Und es geht trotzdem?

Wiebke: Und es geht trotzdem!

Philipp: ok.

Wiebke: Ich sage bewusst trotzdem. Es geht und es hängt natürlich sehr von Deiner emotionalen Assoziiertheit ab. Und wie kannst Du Dich schneller wieder in einen anderen Zustand bringen? 
 
Das ist dieser sogenannte Musterdurchbrecher. Wie kannst Du Deine eigenen Strategien, Deine eigenen Muster oder auch das Muster, die Strategie des anderen unterstützen, zu verändern, damit Du mit Dir selber und natürlich auch mit dem anderen zu einem neuen Ergebnis kommst? 
 
Dann kannst Du natürlich ganz viele Sachen nutzen. Du kannst den anderen erinnern an schöne Situationen oder Fragen Wo gehen wir denn morgen essen? Was machen wir das nächste Mal? Dass Du einfach auch mit den Fragen, die Du dann stellst oder den Sätzen, die Du dann sagst, bewusst Dich in eine neue Richtung bringst oder Dich auch fragst: Wie kannst Du Dich jetzt in einen guten State bringen? Wie kannst Du den anderen zum Lachen bringen? Wie kannst Du gemeinsam Dich dann auf die Bank setzen und sagen „Komm, wir essen virtuelles Fischbrötchen.“, irgendetwas tun, was den anderen und Dich wieder zum Lachen bringt, in nen anderen State bringt, weil
 
Du kommst auf Lösungen nicht, wenn Du in diesem Problemstate bist. 
Du kommst auf Lösungen, wenn Du in einem guten State bist. 
 
Das ist ja das, was wir in den Seminaren immer wieder machen dass Du lernst, Dich vom Negativen in neutralen, in guten State chainst, dass Du immer wieder merkst, wie leicht es wird, aus dem negativen State wieder herauszukommen und dann neue Kommunikationstechniken zu nutzen.

Philipp: Was da auch drin steckt. Gerade wenn man dann zu zweit ist und sich gegenseitig zu unterstützen. Also statt dieses gegeneinander Spiel dann anzufangen, sich nochmal bewusst machen: „Hey, wir sind gerade da, weil wir was schönes hier wollen.“ Und wenn dann dieser Vorwurf einem von beiden auffällt, ist ja egal was wo es dann herkam, ne? Das das da schon angefangen wird. spannend.

Wiebke: Viele machen auf einen Vorwurf den sie bekommen ein Rückvorwurf. Dieses Tit for tat, dieses wenn Du mir das sagst, dann sag ich Dir auch was.

Philipp: Ich muss mich ja verteidigen und Angriff ist die beste Verteidigung.

Wiebke: Das ist ein Glaubenssatz.

Philipp: Ahja, da waren die Glaubenssätze.

Wiebke: Und Das muss nicht immer der Fall sein. Diese Bewusstheit zu haben, wenn Dir jemand ein Vorwurf macht, nicht sofort zurück zu schießen, sondern den anzunehmen, dass ist klassische umwandeln von der Energie, die auf Dich prallt. Die umzuwandeln. Irgendetwas anderes könntest ja was positives nutzen und sagen: Danke für den Hinweis. Stimmt. Einfach mal annehmen und nicht gleich: „Aber Du hast ja auch.“ Sondern einfach mal ganz anders reagieren. Zum Beispiel mit Lachen. Exakt.

Philipp: Ich hab Lust auf noch eine Podcastfolge genau zu dem Thema. 
Weil das ist ja spannend. Superspannend.

Wiebke: Ja, da sind wir jetzt bei der Unterstützungs Aufgabe. Für heute schreib Dir mal drei unterschiedliche Reaktionen auf, die Du auch üben kannst mit jemanden wie Du auf einen Vorwurf reagierst. Ist es: Du fängst an zu lachen. Du fängst an zu sagen: „Danke. Das ist ein toller Hinweis. Was machen wir jetzt anders?“ Ohne einen vorwurfsvollen Ton anzunehmen oder einfach mal nur tief durchatmen und dem anderen Kompliment machen? 
 
Einfach ein völlig anderes Muster. Danke, dass Du überhaupt gekommen bist. Entschuldige, dass darfst Du natürlich dann nicht ironisch sagen, sondern einfach aus tiefstem Herzen irgendetwas sagen, das keinen Vorwurf beinhaltet, sondern etwas Positives ist. 
 
Und wenn Du das mal aufschreibt. Ich mag das. Dieses Schreiben. Dann liest Du das nochmal. Du kannst es Dir irgendwohin hängen. Es geht auch mit den Kindern: „Du hast schon, wie die Schulaufgaben nicht gemacht. Du weißt doch ganz genau…“ Es gibt so viele Sätze, die Menschen zueinander sagen, die einen Vorwurf beinhalten. Und ich fühle mich da auch nicht perfekt. Du hättest doch, Du wolltest doch, Du könntest doch gibt es auch solche Sätze mal in meinem Leben. Und Ich bemühe mich, das wirklich wegzulassen. Dann sage ich eher, ich ärger mich darüber. Finde ich jetzt doof und nicht im Sinne von Du hättest aber und das könntest Du auch weiter üben, dass Du erstmal nur Dein Gefühl aussprichst das ist nämlich okay im Sinne von Ich habe jetzt aber Hunger – aber – ich will jetzt was essen oder Wie finden wir jetzt eine Möglichkeit, dass ich auch was essen kann?

Philipp: Ja,

Wiebke: Das ist ein ganz anderes Ding, als: „Wenn Du nicht … Weil du…“ Und schreibt Dir drei Sätze auf. Wie reagierst Du anders auf einen Vorwurf als bisher?

Philipp: Ja, super. Das deckt quasi auch die zweite Frage ab. Und zwar dieses unterbewusste Vorwürfe aufdecken. Weil ich glaube im Alltag, genau wie Du es jetzt auch vorgemacht hast. Da sind ja so viele Sätze, wo irgendwo so ein kleiner Vorwurf. Doch mit drinsteckt. Da stelle ich mir vor, wenn ich jetzt so den Tag allein heute schon mal Revue passieren lasse und aufschreibe, was sich da einiges an bewusst sein rein bringen kann. Spannend. Cool. Freue ich mich

Wiebke: Ja. Dass es diese Schulung deines Bewusstheits-Zustandes. Immer mehr zu sehen, was sagst Du denn so den ganzen Tag? Was sprichst du? 
 
Und Du wirst feststellen, dass Du immer mehr merkst was Du sagst, wie Du es sagst – und selbst wenn es Dir passieren sollte, wir sind alle Menschen – dann kannst Du sofort stoppen und den Satz nochmal anders sagen. 
 
Das finde ich eine ganz, ganz tolle Technik. Auch dass du, selbst wenn es Dir auffallen sollte, deinem Kind gegenüber deinem Partner gegenüber Mitarbeiter, Chef egal wem gegenüber dann nochmal anhältst, innehältst und Dich einfach verbessert und es anders ausdrückst. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Philipp: Dankeschön – im Namen aller Podcast Zuhörer. Und wenn Du selber Dein Feedback geben möchtest oder Deine Situation teilen magst, dann schreib uns gerne an Info at fresh Bindestrich Akademie Punkt de.

Wiebke: Und gerne auch Deine Fragen. Falls Du ein Thema hast, bei dem Du glaubst, dass auch andere davon profitieren. Dass wir hier eine Lösung finden.

Philipp: Herzlichen Dank und auch vielen Dank für die ganzen Einsendungen. Ob das Dank ist oder ob das eine Frage ist. Das tut so gut, dass da Menschen auf dem Weg sind. In dem Sinne herzlichen Dank und bis nächste Woche.

Wiebke: Bis nächste Woche. Vielen, vielen Dank an euch alle. Tschüüss.