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Von Streit – auch in der Partnerschaft – und Lösungen

Podcast-Transkript Nr. 607

Philipp: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast der fresh-academy. Hallo Wiebke.

Wiebke: Hallo Phillip, hallo Du lieber Zuhörer, schön, dass Du da bist.

Philipp: Ich habe mich neulich mit einem befreundeten Pärchen unterhalten und da musste ich ständig an unseren Podcast denken und dachte dann: „Das bringe ich auch gerne mal mit rein.“ Und zwar aus meiner Perspektive betrachtet streiten die sich einfach unheimlich gerne,

Wiebke: Gerne.

Philipp: Genau gleichzeitig und ich bin mit ihr ein bisschen besser befreundet. Scheint sie das auch irgendwo zu belasten und beschreibt das so, dass sie beiden in so einem Rechthaber-Position sind.

Wiebke: Glaub ich nicht.

Philipp: Und viel zu oft eben in so einer Situation dann landen, stecken, in der es nur versucht wird, den anderen von seiner Meinung zu überzeugen. Da die Frage was kann man da machen? Was für einen Rat kann man diesen Menschen…

Wiebke: Trennung.

Philipp: … geben?

Wiebke: Das ist das, was viele dann raten. Leider. 
Statt das beide üben eine neue Art der Kommunikation zu nutzen.

Philipp: Meine Art ist die richtige.

Wiebke: Genau. Meine auch. Das ist so lustig. Und dass es dieses energetische ich probiere das immer mal wieder aus. Wie das geht, wie sich das anfühlt, wenn man dem anderen nicht recht gibt. 
 
Man gibt einfach nur: 
Du hast aber…, 
du hast aber… und 
Warum hast Du nicht…? 
 
Und dann geht jeder – und das ist das Spannende. Nicht nur der, der beschuldigt wird in Anführungsstrichen oder der angeblich eine andere Meinung hat oder der dadurch in die Rechtfertigung geführt wird in einen schlechten State, sondern auch derjenige, der es tut. 
 
Das ist so spannend, weil derjenige, der zum Beispiel so „Warum machst Du das und warum glaubst Du das und nicht das und das und das“ den anderen mit diesen Warum-Fragen immer in die Rechtfertigung führt. Warum willst Du das nicht?“, „Warum willst Du das nicht?“ 
 
Neulich habe ich auch mit jemandem gesprochen, der sagte: „Warum willst Du kein Kind?“, „Warum willst Du nicht, das …“ Du weißt manchmal nicht, warum Du irgendwas nicht willst oder warum Du etwas willst. Du hast ein Gefühl für etwas. Das ist ja wie so eine Intuition und muss demjenigen dann begründen, warum Du das nicht willst. 
 
Das ist, wie wenn sich jemand schlecht fühlt und begründet, warum er sich schlecht fühlt.
 
Bei den Streits passiert das ja auch, dass der eine sagt: „Ich fühl mich schlecht, weil Du das gesagt hast…“, „Ich fühl mich schlecht, weil Du das gesagt hast…“
 
Wie kannst du, wenn Du eine andere Meinung hast als jemand anders, die einfach mal annehmen im Sinne von „Ja, verstehe ich.“, „Du hast recht.“ Einfach mal sagen: „Du hast recht.“

Philipp: So einfach zum Spaß ausprobieren. Disclaimer: „Ich bin gegenteiliger Meinung. Aber ja, Du hast recht.“

Wiebke: Wenn Du das so ironisch sagst, dann kommt das natürlich nicht als ernst nehmen an. 
 
In dem Moment, in dem Du das wirklich sagen würdest und wirklich meinen würdest, weil auf der anderen Seite hat der andere recht. 
 
Weil er alles durch das was er erlebt hat, einfach recht hat. 
Und Du hast auch recht, 
beide haben Recht.

Philipp: Aus Sicht von N.L.P. und dem Modell von N.L.P. macht das total Sinn. Macht das noch mal erklären, wie das zusammenkommt für Menschen, die noch nicht gehört haben, dass eben diese zwei Welten, Weltanschauungen, Realitäten, dass sie beide real sind.

Wiebke: Das ist ja eine Vornahme im N.L.P.: 
1) Jeder handelt aus seiner besten Option heraus und 
2) jeder hat seine Landkarte, in der er sich bewegt, in der er handelt, aufgrund dessen er sich in gewisser Art und Weise verhält. 
 
Wenn jetzt jemand eine andere Meinung hat als du, bedeutet das nicht, dass er dich angreift. Weil seine Meinung total gegenteilig von deiner ist und Du musst jetzt gegen den kämpfen. 
 
Sondern es gibt einfach zwei Meinungen, die nebeneinander existieren können. 
 
Das heißt nicht, dass wir darüber diskutieren können und Du Deine Argumente bringst. Da sage ich jetzt wieder warum Du glaubst, dass das die richtige Meinung ist. Das ist Deine Ansicht von Welt und jeder Mensch hat eine andere Ansicht von Welt. 
 
Ich kenne keine zwei Menschen, die in jeder Lebenssituation die absolut gleiche Weltanschauung haben.

Philipp: Spannend. „Logisch“ sagt mir mein Kopf sofort und habe ich mir noch nie darüber Gedanken gemacht. Und wenn ich das jetzt gucke, wie viele Menschen wir auf diesem Planeten sind und was das bedeutet.

Wiebke: Unfassbar viele Meinungen und Wertesysteme und Glaubenssysteme. Deswegen ist es ja so spannend, wenn diese Glaubenssysteme aufeinandertreffen. Und zu lernen, dass jede Weltanschauung – des anderen Sicht – richtig ist, in Anführungsstrichen „richtig“. Dadurch kannst Du natürlich die Meinung des anderen viel leichter annehmen.

Philipp: Um das noch nochmal zu verbildlichen, wenn ich diese Landkarte nehme und die jetzt mal angucke aus Sicht eines Fahrradfahrer oder eines Rollstuhlfahrers, dann sind das zwei gänzlich unterschiedliche Landkarten bei dem einen sind die Höhenmeter interessant, bei dem anderen ist interessant wo gibt es eine Rampe, dass ich da überhaupt reinkomme?

Wiebke: Exakt. Und das kannst Du auf alles übertragen. Du kannst das übertragen auf die Sicht eines Chefs, die Sicht eines Mitarbeiters, die Sicht eines Mannes, die Sicht einer Frau, die Sicht eines Kindes, die Sicht eines Heim-Erziehers, die Sicht eines Lehrers. 
 
Und auch unter den Lehrern oder unter der anderen Gruppe gibt es auch wieder ganz viele Ansichten. 
 
Ich weiß gar nicht, wie das Leben wäre, wenn wirklich alle immer die gleiche Ansicht hätten.

Philipp: Ich glaube, in diesen Bereichen fällt es uns nicht auf.

Wiebke: Ja, stimmt ja, es kann gut sein,

Philipp: Bis sich dann irgendwas verändert.

Wiebke: Und meistens mag man den anderen natürlich noch mehr, wenn der die gleiche Meinung hat.

Philipp: Oder eben wie in unserem Beispiel genau die gegenteilige. Da muss ja auch eine Freude drinstecken oder irgendwas positives oder nicht.

Wiebke: Ich finde den Streit überhaupt keine Freude. Null, null. Ich finde Streiten ätzend. 
 
Was ich toll finde, sind Argumente austauschen. Argumente, von denen ich lernen kann. Argumente, die mich befähigen, eine neue Sichtweise einzunehmen, mal drüber nachzudenken: 
 
Vielleicht gibt es noch andere Perspektiven von Welt, die ich bisher noch nicht bedacht habe.
 
Und was kann ich dadurch lernen? Ich finde Diskussionen, bei denen Du was lernen kannst, Meinungen, bei denen Du was lernen kannst, einfach mal neues Denken anwendest – Cool. 
 
Nur das kannst Du ja auch in einer Art und Weise sagen, dass das nicht als Streit rüberkommt. Und das ist glaube ich für mich ganz viel in einer Partnerschaft. Dieses Gefühl von Streit, weil die Menschen dann einen besonderen Tonfall an den Tag legen, unbedingt so mit ihren Argumenten dem anderen gegenüber vielleicht versuchen, ihn zu überzeugen. Und das ist eine gewisse Art von Aggression, die natürlich auch gleichzeitig: „Ich will doch, dass Du das verstehst.“ rüberbringen soll. Das ist oft gar nicht böse gemeint, sondern derjenige weiß nicht, wie er dann den anderen gefühlt… – das ist wie so ein Schütteln. 
 
Ich schüttele dich jetzt mal so, damit Du endlich verstehst: „Das ist das, was ich will.“, „Das ist das, was Du glauben sollst.“ Da lass uns eine Einigung finden. 
 
Ich kenne auch Paare, die streiten sich darüber, wo sie abends essen gehen, weil der eine sagt „Du, entscheid du“, „nein, du“, „nein entscheid Du…“ 
 
Das ist so eine….

Philipp: Wenn hinterher beide glücklich darüber sind.

Wiebke: …andere Art des Streites… 
Was ist jetzt wirklich der Streit? 
Und was ist das, was den Streit auslöst? 
 
Es gibt ja zwei Sachen im N.L.P. Die zwei riesen Säulen: 
 
ist einmal die Trace/Hypnosen-Sprache Milton H. Erickson: Also wie kannst Du Sprache nutzen, um den anderen in entspannte Zustände zu führen oder dich selbst? 
 
Und die andere Seite ist genau das Gegenteil, was ich auch super sehr liebe, wie Du weißt: ist das Meta-Modell. Wie kannst Du die Dinge hinterfragen? Mit anderen Fragen statt mit Warum-Fragen. 
 
Und Streit entsteht ganz oft, dass der andere die Welt des anderen nicht sehen kann, nicht sehen will und nicht versteht – weil aus seiner Sicht: ist das logisch!

Philipp: ja klar.

Philipp: Und wirklich, das ist zum Teil ein Nichtverstehen der Welt des anderen. Das ist noch nicht mal böse gemeint, das ist noch nicht mal gefühlt ein Angriff. Das ist nur dieses Schütteln wieder: „Sag mal, ich sehe das so – siehst Du das nicht? Das ist doch so eindeutig. Es ist doch so klar. Du weißt doch, wie leicht es ist.“ 
 
Und diesen Perspektivwechsel hinzubekommen, sich in den anderen hineinzuversetzen, in die andere Seite hineinzuversetzen. Da hilft natürlich ganz viel Entspannung. Je entspannter Du bist, desto leichter fällt es dir, die Meinung des anderen anzugucken, anzuhören und vielleicht auch hinein zu fühlen, da sind wir wieder bei den Wahrnehmungs-Kanälen.

Philipp: Einen Gedanken Schleife, die ich da immer wieder habe gerade ist auch dieses Anpacken und Schütteln. Das hat ja was total Verbindendes, also physisch verbindendes, wo ich auch spüre tatsächlich: Hey Da ist diese Verbindung da. Würde super passen, auf diese Beziehung die ich da kenne und der andere Teil ist hinterher kommt es dann immer wieder zu einer Versöhnung und zu diesem „Ahh wir sind ja eigentlich doch irgendwie eins.“ – und so wie ich dich jetzt verstehe, ist ja der Vorschlag dadurch, dass ich den anderen verstehe und mich in ihn hineinversetze, gegenseitig vielleicht sogar, dass dadurch auch eben letzten Endes genau diese Verbindung zustande kommt.

Wiebke: Ja, es kann natürlich auch sein, dass ist jetzt nur eine provozierende These weil Du das sagtest vorhin – diese Freude am Streit. Es gibt Paare, die den Streit nutzen, um hinterher Versöhnung-Sex zu haben. Und natürlich kann ich mir vorstellen, dass manche dann Streit provozieren, weil sie dann wissen: „Oh…, das ist unser Anker für den Sex.“ 
 
Auf Dauer ein bisschen ungünstig, weil jeder Streit natürlich auch nicht ganz so schöne Gefühle hinterlässt. Es sei denn, derjenige sagt dann „Och, alles gut, wir sind wieder versöhnt. Wir haben unseren Mechanismus, wie wir das alles wieder hinter uns lassen.“ Das ist auch okay. 
 
Nur, nicht jedes Paar lebt das so und das ist ja auch oft die Diskrepanz. Das hat ja mit den Sub-Modalitäten auch zu tun, mit denen Wahrnehmungs-Kanälen in welchem Wahrnehmungs-Kanal spricht jemand und: 
 
Wie kannst Du mehr auf diesen Wahrnehmungs Kanal von dem anderen eingehen? 
Und wie verhält sich jemand unter Stress? 
In welchen Wahrnehmungs Kanal fühlt sich jemand am wohlsten, wenn er in den Stresszustand geht.

Philipp: Das auch da quasi ein Unterschied in den jeweiligen Verhaltensweisen der Menschen ist oder Denkweisen sogar? Und einer vielleicht in dieser visuellen Sprache sag ich mal kommuniziert, der andere eine auditiven und jeder in seiner eigenen Sprache bleibt und den anderen gar nicht verstehen kann sozusagen?

Wiebke: Genau. Und dann wenn es beiden schlecht geht, gehen sie in den kinästhetischen Kanal – Fühlen, das Schütteln was Du jetzt eben gesagt hast, diese Verbindung herstellen. Und das passiert dann durch körperliche Nähe, durch Gefühle, durch Anfassen. 
 
Und das zu beobachten ist einfach auch mega spannend: 
Wie verhältst Du dich, falls Du mal Streit gehabt haben solltest? 
Vor dem Streit? 
Während des Streites? 
Nach dem Streit? 
 
Findest Du neue Wege, neue Lösungen zu diesem Streit aus dem Weg zu gehen? Bzw. eine Lösung zu finden? Du musst ja nicht mit dem Streit aus dem Weg gehen. Nur 
Wie löst Du den Konflikt? Und 
Was ist überhaupt wirklich der Konflikt? 
 
Viele Menschen, ganz ehrlich, die streiten sich über liegen gelassene Strümpfe. Die streiten sich über Dinge, die jeden Tag passieren. Die finden keine Lösungen, sondern sie sagen dem anderen einfach immer nur noch, „Das ist doof. Das ist doof. Das ist doof. Das ist doof.“ 
 
Du kannst so viel Kommunikation und so viel Konflikt durch anderes Verhalten, durch andere Sprache vermeiden, Deine eigenen Emotionen durch Sprache viel besser in den Griff kriegen. 
 
Worüber streiten die sich wirklich? Und 
Was ist das Ziel des Streites? 
 
Auch das ist noch mal die Frage:
Wenn Du irgendetwas zu jemandem sagst, was ist Dein Ziel? 
 
Ist es dieses „Ich schüttle den jetzt, damit er endlich versteht, dass es was anders zu machen gibt.“ Nur wenn Du das immer auf die gleiche Art und Weise tust, bekommst Du immer wieder das gleiche Ergebnis. 
 
Ich habe Paare erlebt, die sagen praktisch wortwörtlich das Gleiche zu ihrem Partner über Monate oder Jahre und hoffen, dass der andere es irgendwann kapiert. Wenn sie es lauter sagen, wenn sie rumschreien, wenn sie aggressiver werden. Es ändert sich nichts dadurch.

Philipp: Ich sag Dir das jetzt schon seit 20 Jahren. (Wiebke: Exakt!) Heute….

Wiebke: Und einfach mal das Verhalten verändern, weil nur sagen hilft manchmal nicht, weil derjenige vielleicht auf die Art und Weise es einfach nicht ändern will. Oder weil derjenige nicht fühlt, wie sich’s anfühlt. Oder weil er es nicht versteht. Oder weil Du den falschen Wahrnehmungs Kanal für ihn benutzt. Oder weil er einfach Gegenbeispiel-Sortierer ist und das Gefühl von Freiheit leben will. „Ich mach das jetzt nicht nur weil Du das sagst.“. 
 
Es gibt so viele Motivationen dahinter und das zu beobachten, das herauszufinden und in der Partnerschaft offen darüber zu reden oder auch mit den Kindern. Im Grunde ist es eine Metapher, die Du auf alles anwenden kannst. Nicht nur in der Partnerschaft. 
 
Du kannst das nutzen für Kollegen, Mitarbeiter, jede Person, mit der Du eine gewisse Art von Kommunikation pflegst. Ich hoffe, pflegen, weil pflegen ist ein schönes Wort. Weil Pflegen heißt für mich Du bemühst dich, dass es wächst und dass es gehegt und gepflegt wird – als Streit zu pflegen. Sondern positive Kommunikation zu pflegen ist viel, viel schöner finde ich, als Konflikte hervorzurufen. 
 
Nur so oft sagen auch Menschen in dieser Wut oder diese Aggression, manchmal auch Dinge, die sie sonst gar nicht sagen würden. Die andere Seite gibt es ja auch. (Philipp: Oh ja.) 
 
Das sie dann einfach verletzend gefühlt versuchen, bei dem anderen rote Knöpfe zu drücken, damit sie zum Beispiel überhaupt eine Reaktion bekommen. Auch das gibt es ja. Wenn jemand nie reagiert und kein Gespräch möglich ist und Du immer wieder versuchst, Gespräche zu führen und es gibt ja auch Menschen, die weichen dann immer aus. Die lenken dann immer vom Thema ab. 
 
Das ist eine Strategie im N.L.P., was Du natürlich nutzen kannst. Wenn Menschen immer wieder vom Thema ablenken, das ist ja eine tolle Strategie, um vielleicht ein negatives Gefühl nicht fühlen zu müssen. Um vielleicht über Dinge nicht reden zu müssen, die sie vielleicht reden sollten. 
 
Ich habe gerade wieder ein Coaching gehabt, in dem praktisch dann einer sagte „Ja, ich weich diesen Gespräch immer wieder aus, weil ich mich nicht schlecht fühlen will.“. Nur die Situation ist so negativ, bei dem Paar, das jedes Gespräch meines Erachtens dazu führen würde, dass sie sich einigen, dass sie einen neuen Weg finden, dass sie noch mal überlegen: 
 
Wie willst Du Deine Beziehung überhaupt führen? 
Wie möchtest du, dass es weitergeht? 
Was kannst Du verbessern, dass es weitergeht? 
Was kannst Du verändern, dass es weitergeht? 
 
Und auf dieses Rechthaberische zu verzichten und einfach mal den anderen zu fragen: 
Was ist Dir denn daran so wichtig? Oder 
Was ist Dir wichtig, auch in der Partnerschaft? Oder 
Was ist Dir wichtig, an so einem Konflikt? 
Was macht Dir am Streit Spaß? Zum Beispiel können Sie auch mal fragen 
Was macht Dir an einem Streit keinen Spaß?
 
Nicht: „Warum streitest Du jetzt schon wieder?“ 
Sondern die Fragen anders zu formulieren!
 
Was möchtest Du denn erreichen? 
Was hättest Du gerne, was ich anders mache?

Philipp: So wie Du auch angefangen hattest mit dem Meta- und dem Milton-Modell, stell ich mir das vor, dass diese Fragen das spezifisch und konkret zu machen, auf diese ausweichende: „Ich möchte mich gar nicht festlegen“ Energie trifft. 
 
Ich verstehe den Sinn darin, eine gemeinsame Mitte zu finden. Vielleicht. Oder ein gemeinsames: Wie kommen wir von diesem: „Wir sind beide gerade in ganz unterschiedlichen Welten mal wieder.“ Und wie kommen wir zu einer gemeinsamen Welt, in der wir zumindest kommunizieren können oder uns austauschen können? 
 
Ich glaube, diese Fragen sich selber zu stellen und auch selber die Klarheit zu kriegen. Das habe ich immer wieder gelernt, auch dank Dir und dem immer wieder daran erinnert werden durch zum Beispiel diesen Podcast, dass das total bereichernd ist, eben konkrete Fakten immer mehr zu wissen, statt leere Worthülsen sozusagen. 
 
Wenn ich mir vorstelle, dass da zwei im Streit sind, dann frage ich mich: Wie kann man das erst mal entkräftigenen, um dann eben diese gemeinsame Verbindung wieder aufzubauen?

Wiebke: Einmal hilft natürlich sicherlich, sich kurz in verschiedenen Zimmer zurückzuziehen, einen kurzen Spaziergang zu machen oder auch das Gespräch beim Laufen weiterzuführen. Auch das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit, weil viele sind in diesem Sitzen oder in diesem Stehen dann so gefühlt erstarrt.

Philipp: Also auch die Körperhaltung, in der ein Gespräch dann stattfindet…

Wiebke: …zu verändern. Ja. 
 
Das ist ganz oft ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass dieses körperliche, dieses kinästhetische Bewegen andere Bilder auslöst. Auch wenn Du dann spazieren gehst und vielleicht in der Natur spazieren gehst oder irgendwo aus diesem gewohnten Rahmen hinaus gehst, dann hast Du ja andere visuelle Eindrücke und dann guckst Du vielleicht mit Deinen Gedanken auch mal woanders hin – statt auf gefühltes Streitobjekt. 
 
Dann kommen neue Eindrücke und durch neue Eindrücke kommen neue Ideen. 
Durch das Bewegen kommen neue Ideen. 
 
Die Bewegung ist extrem wichtig für viele. Dann fangen sie mit den Händen an rum zu fuchteln oder bewegen sich auf irgendeine Art und Weise und das dann wirklich zu nutzen und dadurch einfach einen neuen Ansatzpunkt zu finden. 
 
Du könntest Dir Schilder malen, wenn jetzt wirklich ein Paar immer mal wieder Streitpunkte gehabt hätte, das es so eine Auswahl von zehn Blättern gibt…

Philipp: Kommen wir da schon zur Unterstützungs-Aufgabe?

Wiebke: … Ja, das könnten wir machen. 
 
Wenn Du wirklich mit jemandem Streit gehabt hättest öfter mal. Ob Mitarbeiter, Chef – es spielt keine Rolle. Immer im Sinne von: Du hast mit dem darüber gesprochen. 
 
Könntest Du Dir jetzt 10 verschiedene Zettel schreiben – oder Jeder schreibt sich 10 verschiedene Zettel und auf denen stehen zum Beispiel erst mal positive Sätze, was nettes. 
 
Nimmst einen Zettel auf dem steht schon mal drauf: „bitte lächeln.“ – malst da einen Smiley drauf. Auf dem zweiten Zettel könnte draufstehen: „Was genau kann ich jetzt verändern, dass es Dir besser geht?“, dass Du einfach diese Fragen aufschreibst. Weil unter diesem emotionalen Gefühl vielleicht diese Fragen als „Warum“ auftauchen würden, oder als Vorwurf statt: 
 
Was genau kann ich tun, dass es Dir besser geht? 
Was hilft Dir jetzt, damit Du fröhlicher bist? 
Was hilft mir jetzt, damit ich fröhlicher bin? 
Was kann ich jetzt tun, um aus diesem negativen State in einen besseren zu kommen? 
Hilft es mir, ein Glas Wasser zu trinken? 
 
Du kannst ja auch zum Beispiel schon fünf Lösungen aufschreiben, die Dir helfen, in einen besseren State zu kommen und die liegen dann da schon. Oder einer geht los und holt aus der Schublade die Zettel und „Hier komm, lies erst mal.“ – so dass Du Dir damit auch irgendwie so einen leichten lustigen Anker aufbauen kannst. 
 
Oder es gibt halt einen Button, so wie wir ihn hier haben mit unserer Musik und den kannst Du einfach mal an und ausschalten.

Philipp: Freude auf Knopfdruck!

Wiebke: Genau.
 
Wie kannst Du vielleicht irgendwelche Muster-Unterbrecher für dich vorbereiten, an die Du dann denken kannst? Oder an die der andere denken kann? 
 
Möchtest Du einen Tee oder möchtest Du einen Kaffee? Bringt den anderen schon in den State: „Guck mal, der kümmert sich.“ oder „Hör mal, der andere zeigt Dir, er ist bemüht“ und wie kannst Du auch in so einem Streit oder Konflikt dem anderen zeigen: „Es ist mir wichtig, dass es Dir gut geht.“, „Ich möchte eine Lösung finden.“ 
 
Nicht es geht mir nur um mich, um meine Meinung durchzusetzen, was mit mir ist, weil das ist ja oft das Gefühl, was entsteht. Es geht im einen nur um sich. Und wie kannst Du da auch in einem Konflikt dafür sorgen, dass es dem anderen besser geht? 
 
Also zwei Seiten einmal Wie geht es Dir besser? Was könntest Du vorbereiten für dich und auch für den anderen? Wie kannst Du dem anderen zeigen? Ich möchte eine Lösung oder einfach mal anfangen und sagen: „Wir finden bestimmt eine Lösung. Lass uns jetzt 5 Minuten Zeit nehmen.“ Jeder für sich

Philipp: Allein diese Frage sich selber oder mir selber zu stellen. Gerade: „Möchte ich mich streiten oder möchte ich eine Lösung finden?“ Ja, das ist schon mal super hilfreich die zu beantworten. (Wiebke: Ja!) Cool.

Wiebke: Was ist Dein Ziel? In dem Streit? 
Willst zu überzeugen? 
Willst Du recht haben? 
Willst Du einfach nur schlechte Laune loswerden? 
Was ist Dein Ziel? 
 
Das wäre jetzt die dritte Frage, die Du stellen könntest, oder die dritte Aufgabe wäre das jetzt.

Philipp: Vielen herzlichen Dank!

Wiebke: Danke dir! 
Danke fürs Zuhören, 
Danke fürs Weiterempfehlen. 
 
Wir freuen uns riesig auf Dein Feedback – auch bei Spotify kann man inzwischen bewerten. 
 
Freuen wir uns sehr, sehr, sehr über die positiven Bewertungen natürlich. 
Und dass Du nächste Woche wieder mit dabei bist.

Philipp: Und wenn Dir diese Folge gefallen hat, dann teilt sie gerne auch mit Deinen Freunden und Bekannten. Und Wenn Du selbst irgendwo denkst: „Hey, da hat mich was angesprochen oder da interessiert mich einfach was vielleicht völlig anderes.“ Dann schreib uns unbedingt eine Mail an Info at fresh Bindestriche academy Punkt DE und nutzt diesen Service. Und.

Wiebke: Ja, macht!

Philipp: Und macht ihr ein schönes Leben, damit Du das Beste für dich und die Welt erreichst.

Wiebke: Bis nächste Woche.
Tschüss.

Stell Wiebke Deine Frage