Kein Glück bei der Partnerwahl? Wen willst Du?

Podcast-Transkript Folge 570

Philipp: Liebe Wiebke, liebe Zuhörer, herzlich willkommen zum Podcast der fresh-academy.

Wiebke: Hallo! Schön, dass Du wieder dabei bist.

Philipp: Wir haben ein paar Rückmeldungen bekommen zur letzten Folge. Was mich da am meisten interessiert hat, ist dieses Verhaltensmuster: „Ich suche mir immer nur die Arschlöcher“, darf ich das so sagen?

Wiebke: Ja.

Philipp: Wunderbar

Wiebke: Als Partner oder was?

Philipp: Ja ganz genau – bei der Partnerwahl. Bei der Auswahl von Mann oder Frau lande ich immer wieder bei einem bestimmten Typ Mensch, der mir langfristig gar nicht gut tut. Wie kommt sowas zustande?

Wiebke: Das ist ne tolle Frage. Das hat ganz viel damit zu tun, was derjenige glaubt. 
 
Allein der Satz: „Ich lande immer bei A Punkt. Punkt. Punkt. Punkt. Partnern“, heißt ja, dass derjenige es schon wieder erwartet. Aufgrund der Erwartungen verhalten sich Menschen in gewisser Art und Weise.
 
Das andere Punkt ist natürlich bei Partnerschaften, wenn derjenige immer wieder den gleichen Typ Frau/Mann sich aussucht – dann sagt das Gehirn natürlich am Anfang: „Boa cool, kenn ich. Ich weiß, wie er funktioniert. Ich weiß, das geht. Ich kenne solche Art und Weisen.“
 
Das Gehirn ist ja darauf getrimmt, möglichst die Dinge immer wieder zu tun, damit wir wenig Energie verbrauchen. Wenn diese Person die Art und Weise so eines Partners kennt, sagt das Gehirn: „Kenne ich, cool. Toll. Machen wir.“ 
 
Deswegen ist es so wichtig, immer wieder neue Sachen auszuprobieren, immer wieder flexibel sich zu verhalten, immer wieder vielleicht auch mal Menschen anzusprechen – jetzt wenn wir bei der Partnerwahl sind – die so gar nicht in das Raster fallen – so Null.

Philipp: Also – ich springt so schnell ins Gegenteil rein bei sowas. Das Erste, was passiert ist, dass sich meine Nase zusammenzieht und ich diesen Geruch überhaupt nicht -irrks- und dann innerlich geht’s zu. 
 
Das muss ja auch nicht sein. Aber vielleicht tatsächlich so einen Menschen, wo ich mir im Alltag, so eine Neutralität, ohne jetzt starke Spannungen zu spüren, den mal kennenzulernen und mich da kennenzulernen und zu fragen: „Wie wäre das eigentlich?“ 

„Aha! Das habe ich noch nie gemacht. Bin immer den Leidenschafts-Weg gegangen. Bislang.

Wiebke: Bislang. Und wie war das Ergebnis?

Philipp: Ich habe viel gelernt. Über den Umgang miteinander, Umgang mit mir selbst.

Wiebke: Mir geht es jetzt im Moment gar nicht darum, direkt an Liebesbeziehungen zu denken. Ich finde, für eine Liebesbeziehungen ist es schon wichtig, dass da Leidenschaft ist und Spannung ist. 
 
Darum ging es mir nicht, sondern mir ging es eher darum. Ist dann in jeder Lebenssituation das Verhalten von den Menschen ähnlich oder ist das immer nur beim Partner? 
 
Unsere Verhaltensweisen sind ja im Leben schon auch ähnlich. Die Frage ist natürlich: „Was macht den A. Partner überhaupt aus?“, „Warum ist das ein A. Partner?“, „Was sind die Verhaltensweisen für diese Person, die einen A. Partner ausmachen?“ Und: „Traut sich die Person, den Traummann und die Traumpartner überhaupt zu?“

Philipp: Ahhhhh!

Wiebke: Im Sinne von Du bist es wert, den Partner oder die Partnerin zu haben, die Dich auf Händen trägt in Deiner Welt, die für Dich sorgt, die loyal ist, die in Dein Weltbild passt, das Du gerne leben möchtest. Je mehr Du Dich wertschätzt und je mehr Du Dir so einen Partner zutraust, je mehr Du glaubst, dass es da draußen diese Personen gibt, desto leichter kommt dieser Mensch in Dein Leben.

Philipp: Oh ja, ja. Glaub ich. Sofort.

Wiebke: Ich würde mich immer fragen: „Was tust du?“, „Was sind Deine Verhaltensweisen?“ um zum letzten Mal so einen A. Partner in Dein Leben gezogen zu haben, bis gestern.

Philipp: Also auch da die Frage warum glaube ich, dass ich das nur das wert bin oder das brauche. Anscheinend?

Wiebke: Ich würde die Warum-Frage gar nicht stellen, sondern ich würde immer die Wie-Frage stellen. 
 
Warum geht immer in Begründung: Warum ist das so? Warum erlebe ich das schon wieder? Warum ausgerechnet ich? Warum, warum, warum? 
 
Das geht immer um Rechtfertigung oder um Begründung. Wenn Du anfängst zu Fragen wie:

  • „Wie kann ich mich anders verhalten?“,
  • „Wie kannst Du Dich anders verhalten?“,
  • „Wie kannst Du anders reagieren?“,
  • „Wie kannst Du von vornherein bei manchen Menschen sagen Stopp, mach ich nicht mehr. Es kommt mir nicht wieder in mein Leben.“ 

Dann ist der Weg frei für viel mehr neue Möglichkeiten. Ich habe so unglaublich viel gelernt. Dieses Sagen, was Du willst und Deine Grenzen und Deine Voraussetzungen, die Du haben möchtest für eine Beziehung. Sobald Du die ganz klar hast, was Du willst, was Du nicht willst, desto klarer ist das Ergebnis, was Du bekommst.
 
Ich habe etwas ganz, ganz Lustiges erlebt. Ich war auf so einer Plattform irgendwann mal und dann stand dran ein „smlär“ und ich habe überall was ist ein „smler“? Ich kapier das überhaupt nicht. Was ist ein SMler? 
 
Und dann hab ich es einer Freundin vorgelesen, sage „smler“ und sie sagt: „Heißt das S-M ‚ler? Vielleicht?“

Ich kannte diese ganzen Ausdrücke nicht und was es alles da draußen gibt. 
 
Das sind dann so Momente, in denen Du ganz klar weißt, was Du willst und was Du nicht willst. Ich glaube, dass es Menschen gibt, die Dinge hinnehmen und Dinge akzeptieren, nur aus Angst nicht allein zu sein. Aufgrund dieser: „Oh Gott, hoffentlich muss ich nicht schon wieder alleine sein.“ akzeptieren Sie so viele Dinge von Partnern oder Freundschaften, die Sie gar nicht in Ihrem Leben möchten und wundern sich dann vielleicht 1, 2, 3, 4, 5, 10 Jahre später, wenn Sie dann in diesen Bewußtheitszustand kommen, dass sie sagen Das wollte ich gar nicht. Das will ich auch gar nicht. Dann erst die Entscheidung treffen.

Philipp: Lässt sich das beschleunigen? Was sind denn die Anzeichen dafür? Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass das Normalität ist für mich. Wenn ich das so gewohnt bin: „ich muss halt damit klarkommen.“.

Wiebke: Womit?

Philipp: Dieses Mindset „Das gehört eben zum Leben dazu.“ Das dem anderen recht machen, den so akzeptieren wir er es. Obwohl ich das eigentlich gar nicht so gerne mag. Aber gehört halt dazu. Und selbst diese Stimme, die genau das sagt, gar nicht mehr höre, weil es so normal ist für mich. 
 
Wie kann ich da mein Bewusstsein wieder schulen?

Wiebke: Das Wichtigste ist für mich der Beginn, die Zielsetzung und die Klarheit, die Du hast. Was akzeptierst Du in Deinem Leben und was nicht? 
 
Wir machen immer Kompromisse in der Beziehung. Es gibt für mich keine Beziehung ohne Kompromisse und Du darfst. Klar haben welche dieser Kompromisse bist Du bereit zu machen und welche nicht? 
 
Es gibt Menschen, die sagen: „SM, da ist überhaupt kein Kompromiss möglich“ und manche sagen: „Is okay“. 
 
Ich kenne auch Paare, bei denen hat das erst später sich entwickelt. Und dann hat dann die Partnerin gesagt: „Nein! Das kommt für mich nicht in Frage.“ – und sie haben eine andere Lösung gefunden. 
 
Es gibt so viele Möglichkeiten, auch in der Beziehung Lösungen für bestimmte Themen zu finden. Nur wenn bestimmte Voraussetzungen nicht gegeben sind, dann würde ich eine Beziehung nicht eingehen. Also ich. 
 
Das erkennst Du ziemlich früh, wenn Du Deine Grenzen kennst oder Deine Dinge kennst, die Du magst und die Du gar nicht magst. Vielleicht sind es nur zwei Sachen, bei denen Du sagst: „Kommt nicht in Frage!“. Wenn jemand z.B. schmatzt, ist das für mich ein absolutes Ausschlusskriterium,

Philipp: hahaha lustig.

Wiebke: Sofort: „Tschüss! Das wars!“ Einmal mit dem Essen gehen. Das war’s.

Philipp: Spannend. Wow!

Wiebke: Wenn Du diese Dinge klar hast für Dich, dann glaub ich, passiert das nicht so schnell. Es sei denn, es geht hier zum Beispiel um Loyalität und das weiß man vielleicht erst später, wenn derjenige dann vielleicht auch noch einen anderen Partner hat und man will das nicht. 
 
Oder: Neulich habe ich wieder ein Paar kennengelernt, da sagt sie „Ja, ich bring den jetzt dazu, dass wir mehrere Partner gleichzeitig haben. Vielleicht findet er das ja auch gut.“ 
 
Das kann sein, dass das jemand mitmacht. Ja – und – kann sein, das nicht. Und ich glaube, Je schneller Du diese Entscheidung triffst und je schneller Du der Person dann sagst: „Das kommt für mich nicht in Frage.“ und je klarer Du Deine eigenen Qualitäten hast und was Du Dir wünscht von dem Partner, desto leichter wird es.

Philipp: Ich komme im Kopf immer wieder – und ich glaube, dafür würde ich am liebsten einen neue Podcast-Folge dann machen – Dieses Bewusstsein: „Was will ich eigentlich?“ und „Wie wertvoll ist für mich das Leben?“ und „Wo lege ich den Wert rein, bevor ich in eine Beziehung gehe?“ Und auch wenn ich gerade in einer Beziehung schon bin, kann ich das ja anfangen zu praktizieren und zu üben. Spannend.

Wiebke: Sicherlich hat das auch mit Ausprobieren zu tun. Es gibt ja auch Phasen im Leben, wo Du bestimmte Dinge einfach ausprobieren möchtest mit unterschiedlichen Personen, das vielleicht ausprobieren möchtest, wie ist der eine, wie ist der andere, wie’s die eine wies der andere, das andere. Völlig egal. 
 
Das hängt immer vom Ziel ab. 
 
Es gibt Menschen, die wollen keine Beziehung für immer führen. Es gibt Menschen, die wollen mehrere Partner gleichzeitig haben. Es gibt Menschen, die wollen einen nach dem anderen maximal ein halbes Jahr haben. Das hat so viel mit deinen eigenen Vorlieben und Zielen zu tun. Und das gleich am Anfang zu klären. Ich habe gerade neulich wieder ein Paar beraten, die im Laufe der Partnerschaft dann neue Wünsche entwickelt haben.

Philipp: Das ändert sich ja auch.

Wiebke: Und es kann auch passieren, dass diese Paare sich dann trennen aufgrund dieser neuen Wünsche, die entstanden sind. Und das kann auch passieren, dass die sich ganz, ganz toll miteinander weiterentwickeln. Und das finde ich fantastisch, da neue Möglichkeiten zu finden, neue Ideen zu finden. 
 
Bei einem anderen Paar, da wollte einer immer nur Städte Urlaub machen und der andere wollte lieber am See sitzen oder am Meer und dann neue Möglichkeiten zu finden und das zu kombinieren. Oder sie machen eine Kreuzfahrt oder es gibt so viele Möglichkeiten und so viele neue Wege. Wenn Du auf die Lösung guckst und nicht auf:

  • „Warum ist er schon wieder so?!“ 
  • Warum verhält die sich schon wieder so? 
  • Warum, warum, warum?
  • Und dann kommt auch wieder dieses Warum. 
  • Warum muss er immer sich so verhalten?

Damit entsteht dieser Vorwurf an den anderen und dieses „Warum verhält er sich nicht so?“ – diese Erwartungshaltung, statt darüber zu reden: was sind die Lösungen.

Philipp: Um jetzt nochmal einen Bogen zum Anfang auch zu machen. Diese Frage „Warum landen immer wieder die gleichen Typen bei mir?“, „Warum suche ich mir anscheinend immer wieder das Gleiche raus?“ da als allererstes auch den Vorwurf, nicht mir selbst draufzuhauen, sondern die Frage zu ändern.

Wiebke: Wie kannst Du Dich anders verhalten? Und wie verhältst Du Dich anders in Zukunft?

Philipp: Dann fände ich noch total hilfreich. „Warum?“ Ist ja nicht immer verkehrt. Wann ist denn diese Warum-Frage total hilfreich?

Wiebke: Warum hilft, wenn Du wissen willst, warum etwas funktioniert. Da kannst Du allerdings auch fragen: „Wie funktioniert das?“, „Wie geht das, dass es funktioniert?“ 
Warum fahren Autos? Weil sie Benzin brauchen und Räder und vielleicht noch ein Motor. Das ist die Warum-Frage im Sinne von: „Warum funktioniert etwas gut?“ 
 
Ich frage mich immer „Wie?“. „Wie können Menschen es hinbekommen zu fliegen?“, „Wie können Menschen es hinbekommen, dass ein Auto fährt?“, „Wie kannst Du es hinbekommen, in einer glücklichen Beziehung zu leben?“, „Wie kannst Du ganz klar von Anfang an schon sagen, was Du willst und was Du nicht willst?“, „Wie kannst Du das Mindset von jemanden anders herausfinden?“.
 
Ich hatte neulich ein Telefonat mit jemanden, der sagte, wenn ich eine neue Partnerin kennenlerne, dann frage ich vorher vier Sachen ab. Fertig. Eine der wichtigsten Sachen war das war sehr witzig. Ein Bekannter. Der sagte ja, er wär absoluter Latex Fan und ohne Latex und wenigstens ein Klepper-Mantel passiert da gar nichts.

Philipp: Cool.

Wiebke: Und seine Freundin, die er da kennengelernt hatte sagte: „Ist mir nicht so wichtig, brauch ich nicht.“ Und dann sagte er: „Dann will ich die nicht.“ Also er hatte ganz klar, dass sie wenigsten einen Klepper-Mantel tragen müsste – und sie sagte: „Kommt überhaupt nicht infrage.“. 
 
Vielleicht sind es nur drei Sachen, die Dir super wichtig sind, vielleicht sind es zehn, vielleicht sind es weiß ich nicht wie viele. Nur: Habe sie klar und die kommuniziere!
 
Das ist grundsätzlich eins der größten Themen bei Partnerschaften oder beim Kennenlernen, dass die Menschen nicht gleich sagen, was sie wollen und was sie nicht wollen. Es gibt einfach auch Eigenheiten von manchen Menschen. Die sind irgendwie schon liebenswürdig, auch wenn man sie nicht so gut gefallen. Das gehört halt zu diesen Menschen dazu. Und nur weil Dir diese liebenswürdigen für manche schrecklichen Eigenschaften und manche liebenswürdig hat, heißt das nicht, dass man sich dann trennen müsste. Der einzige Faktor ist: Worauf fangen die Menschen an zu achten? Wenn Beziehungen länger dauern und man sich über irgendwas aufregt, kann derjenige natürlich versuchen, auf die positiven Sachen zu achten, statt auf diese eine Eigenschaft, die derjenige akzeptierte, die vielleicht nicht ganz so schön fand. Und wir sind nicht perfekt und wir haben alle irgendwelche Verhaltensweisen oder Eigenheiten, die eigen sind. Und das, finde ich, gehört zu den Menschen dazu. Und es macht sie auch liebenswert.

Philipp: So wichtig diese

Wiebke: Vielfalt. Ja, ich finde, es gehört zum Menschen dazu, dass wir mit unseren Kindern wie mit egal mit wem man zu tun hat und dann nicht immer so sagen kann ist das doof oder fürchterlich, sondern was ist an der Person liebenswert?

Philipp: Wenn ich da jetzt reingehe in dieses Gedankenspiel. Da ist jemand, der sagt mir: „Hey Philipp, ich lande immer wieder beim gleichen Typen Mensch, irgendwie tut mir das nicht gut.“

Dann weiß ich jetzt zum Beispiel diese Liste von drei Dingen. Zehn Dingen. Was auch immer. Vielleicht mit zehn Dingen anfangen und dann runter kürzen auf die drei wichtigsten, oder? Woran merkt man das allein? Dieses Bewusstsein zu schaffen dafür, welchen Partner, welche Art und Weise, welche Form des Miteinanders ist das, was mir am wichtigsten.

Wow! Und dann hattest Du auch angesprochen, dieses Thema der Verlustangst. Wenn ich das jetzt wirklich ausspreche. Angenommen ich bin in einer Beziehung und mir ist jetzt klar geworden: „Hey, ich möchte, dass mein Partner jeden Morgen Croissants isst. Das ist mir jetzt das Wichtigste im Leben.“ – und er/sie das aber nicht mag. Muss ich das jetzt sagen? Wie sage ich das? Wie schaffe ich mir das selber?

Wiebke: Wie gehe ich damit um, wenn Du anfängst zu sagen: „Ich möchte, dass mein Partner…„ das widerspricht jeglicher Zielformulierung im Sinn von N.L.P.

Weil Ziele selbst erreichbar sind. Und ich möchte, dass mein Partner Croissants isst. Er kann sich natürlich theoretisch das Croissant reinstopfen. Nur das wolltest Du nicht. „Ich möchte das meine Partner gerne frühstückt – und er frühstückt nicht gerne.“

Dann wirst Du ihn vermutlich nicht ändern. Es gibt bestimmte Verhaltensweisen bei manchen Menschen, die sie nur ändern, aufgrund von großen Schmerzen oder großen Zielen. Sobald Du diese Bewusstheit hast, was Du möchtest und Dein Partner beobachtest und Du bist gut im Beobachten, Du kriegst ganz viel mit und deswegen ist es schon gut, dieses erste halbe Jahr, diese extremen Hormone Ausschüttung, die dann passiert zu überbrücken.

Weil nach diesem halben Jahr findet eine neue Mischung der Hormone statt. In diesem ersten halben Jahr gibt es halt auch Verhaltensweisen, über die wir einfach drüber weggucken, die wir gar nicht sehen wollen, weil alles so toll ist an den Partnern. Alles ist so schön. Und wenn derjenige nur da ist und das ist wirklich ein hormonelles Thema, was wir haben, was natürlich toll ist und was natürlich zu dieser Verliebtheit fühlt und zu dieser knisternden Spannung.

Nach diesem halben Jahr, wenn da nicht irgendwelche weiteren Sachen passieren, dann fangen andere Hormone an sich zu entwickeln und aufzubauen oder abzubauen. Dann fangen manchen Menschen an, bestimmte Sachen aufzufallen.

Wenn Du bewusst bist und von Anfang an auf diese Dinge achtest und von mir aus Dir Deine Liste geschrieben hast. Das sind Sachen, die kommen überhaupt nicht in Frage und du guckst dann nochmal da drauf, dann würde das Helfen.

Philipp: Die einzige Frage, die jetzt bei mir noch so ein Stück weit offen ist, ist dieser Umgang mit dieser Verlustangst der Normalität, dass ich mir dessen bisher noch gar nicht so sehr bewusst war und jetzt gerade merke: „Okay, da hab ich anscheinend ein Verhalten gelebt. Bisher. Bislang. Was immer wieder zu einem gleichen Ergebnis geführt hat…“

Wiebke: Die Person ist eigentlich da, eigentlich nur nicht die, die Du vielleicht wolltest.

Philipp: Wenn ich jetzt anfange, das zu verbalisieren, dieser Erkenntnis, die ich in mir spüre, wahrnehme, die zu verwirklichen, dann passiert was im Außen. Und dadurch passiert auch eine gewisse Trennung in mancher Hinsicht vielleicht.

Wiebke: Sobald Du Dir bewusst bist, was Du möchtest, wie Du es möchtest und in welchen Dingen Du bereit bist, Kompromisse zu machen, desto leichter ist es, die Beziehung dann aufrechtzuerhalten oder weiterzuführen oder noch schöner zu machen.

Oder dementsprechend, so wie Du es gerade gesagt hast, die Konsequenz zu ziehen. Nein, das ist es doch nicht. Und ja, es hat Konsequenzen. Und die Konsequenz ist, dass Du vielleicht erst einmal eine Woche alleine bist oder vielleicht einen Tick länger. Das hilft auch dieses alleine sein, um Dir noch klarer zu werden, was Du möchtest.

Je glücklicher Du mit Dir selber bist und je glücklicher und zufriedener Du mit Dir bist und mit dem, was Du tust, desto eher ziehst Du auch den Menschen in Dein Leben, der genau das mit Dir zusammen teilt.

Denn oft passiert ja genau aus dieser Verlustangst, genau aus dieser Angst. „Oh Gott, ich will nicht alleine sein.“ Diese Partnerwahl, die Dir vielleicht nicht gut getan hat am Anfang.

Je schneller Du deine Ziele klärst und je schneller Du sagst Ja oder nein, hopp oder topp, desto leichter. Ja, es ist super schön mit dem Partner. Und es gibt ganz, ganz viele schöne Momente mit Partnern.

Je schöner Du Dein Leben findest, mit Dir und mit Dir glücklich bist, Du mit Dir allein glücklich bist, desto mehr brauchst Du den Partner auch nicht als Ersatz für Glück, weil Du mit Dir glücklich bist, sondern dass ist wie ein verdoppeln. Und das finde ich das schöne Gefühl.

Philipp: Macht total Sinn. Was ich auch gemerkt habe, ist das in vielen Fällen diese Themen auf beiden Seiten irgendwie in irgendeiner Form äußern. Und den Schritt zu machen für sich selbst, für mich selbst:

Ich gehe einen Schritt weiter Richtung Lebensfreude, mir dann auch klar zu werden, dass das bei dem anderen dieses Thema genauso anstoßen kann und in Bewegung bringen kann, was zwar nicht in meiner Verantwortung liegt, aber eben auch beim anderen das Potenzial aufmacht, diesen Raum aufmacht und auch ein Stück Richtung Lebensfreude kommt.

Und das kenne ich aus vielen Beispielen, dass das dann auch so eingetreten ist. Ob das die Beziehung zusammen- oder auseinandergebracht hat. Aber die eigene und gemeinsame Lebensfreude insgesamt – ist hochgegangen.

Wiebke: Genau dieses miteinander reden und sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Chance ist natürlich viel größer, wenn Du von Anfang an den Partner so wählst, dass die drei Sachen, die für Dich nicht in Frage kommen, ausgeschlossen sind und dann diese persönliche gemeinsame Weiterentwicklung.

Die Unterstützungsaufgabe für heute ist: In welchem Bereich bist Du überhaupt nicht bereit, einen Kompromiss zu machen?

Zum Beispiel, wenn Du das ganz klar hast für dich. Unabhängig davon, ob es Partnerschaft ist Kindererziehung, Beruf.. welchen Kompromiss bist Du nicht bereit zu machen?

Und das für Dich ganz klar hast, weil dann fallen ganz viele Sachen weg in Deinem Leben. Wenn Menschen Dir etwas anbieten oder nicht anbieten z.B. Vegetarier sagen: „Nein, sie essen kein Fleisch. Nein danke.“

Das ist ein Kompromiss, den manche Menschen nie machen werden. Und wie ist das beim Thema Partnerschaft oder beim Thema Beruf oder beim Thema Kindererziehung? Was dürfen die Kinder nicht?

Philipp: Das wird eine spannende Woche.

Wiebke: Ja, eine aufmerksame Woche. Und in welchem Bereich kannst Du Dich ja dann auch fragen, bist Du bereit, Kompromisse zu machen? Also nicht nur die eine Seite, sondern ich finde ja immer auch super spannend die andere Seite zu sehen.

Dann zu sagen: „Ja was ist wirklich so schlimm an, wenn der Toiletten Deckel nicht runter geklappt wird bei manchen.“ Das ist für manche ein Ausschlusskriterium. Ich finde sowas witzig.

Philipp: Cool. Ja, das würde Spaß machen.

Wiebke: Eine schöne Woche.

Philipp: Danke schön.