Ist es reine Ungeduld, die Menschen zu schnellen Entscheidungen anspornt? Ich weiß schon, viele Dinge wollen im Leben gut überlegt sein. Und doch ist es ganz einfach, wenn wir uns auf unsere innere Führung verlassen, die uns den Weg weist. Nein, ich meine nicht die oft störende, babbelnde innere Stimme, die ständig nur anmerkt, dass dies zu schwer und jenes unmöglich sei. Das ist nicht die Stimme der inneren Führung, sondern eher ein Störenfried, den Sie mit den Methoden des NLP ganz leicht eliminieren können (einfach leiser drehen zum Beispiel).

Da ist ein Mann im Coaching, der angeblich nicht weiß, ob er seine Freundin verlassen soll oder nicht. Was heißt hier „angeblich“? Als NLPler ist es leicht, die Körpersprache zu erkennen und wahrzunehmen, dass dieser Mann inkongruente Signale sendet, wenn er sagt, dass seine Beziehung „eigentlich ganz in Ordnung“ sei. Er hat das auch schon längst mitbekommen, nur hängt er scheinbar fest. Was spricht gegen seine Entscheidung?

Für mich ist die Entscheidung in den meisten Situationen sehr einfach, weil sie sozusagen digital ist. Digital, das ist wie bei einem Lichtschalter: An oder Aus, 1 oder 0, ja oder nein. Das hilft mir meistens sehr, denn ich kann ein buntes Bild in ein schwarz-weißes verwandeln und damit habe ich sofort klar, was die richtige Lösung für mich und in dieser Situation ist.

Selbstverständlich kann ich die Angst vor einer Fehlentscheidung verstehen. Schließlich ist für viele Menschen Angst einer der wichtigsten Begleiter und die Ratgeber zugleich. Die Frage ist dann allerdings, ob es nur noch um die Größe der Angst geht, die den Schlussstrich unter eine Entscheidung setzt. So etwa fragte mich eine Teilnehmerin, was sie denn machen solle, wenn sie nun mit Anfang 50 ihren Mann verließe. Dann habe sie kein Geld, keinen Job, keine Perspektive. Da bleibe sie doch lieber, wo sie sei, und lasse sich weiter von seiner schlechten Laune und seinen depressiven Verstimmungen tyrannisieren. Ja, und dass er vor zwei Jahren ein halbes Jahr lang mit dieser jungen Blondine fremdgegangen sei, das werde sie schon verkraften – irgendwie und irgendwann. Sei ja irgendwie auch logisch, dass er jüngeren Frauen den Vorzug gebe. Und so weiter …

Wie hoch ist der Preis, den Sie bezahlen?

Oft erlebe ich Menschen im Berufsalltag dabei, dass sie Entscheidungen vor sich her schieben, bei denen ein Zögern viel teurer ist als die Entscheidung, es anzugehen und mutig die nötigen Schritte zu gehen. So auch neulich in einem Reisebüro: Das Paar am Nachbartisch hatte alle Fragen geklärt, alle Termine gecheckt, nur um dann im letzten Moment noch eine Nacht darüber schlafen zu wollen. Nein, ich wünsche ihnen nicht, dass die Reise dann hoffentlich schon ausgebucht ist. Nur hoffe ich, dass diese Menschen in der Firma, für die sie arbeiten, nicht allzu viele Entscheidungen treffen müssen. Weniger ist hier manchmal mehr: Es mag sinnvoll sein, sich vor dem Besuch des Reisebüros klar darüber zu sein, wie viel Geld ich ausgeben will, wie lange ich wann genau fahren möchte und was ich von einem Urlaub erwarte. Und wenn ich dann ein Angebot bekomme, das alle Faktoren beinhaltet, dann sage ich schlicht ja. Nicht morgen oder übermorgen, sondern gleich jetzt. Einfach so. Ja!

Damit können Sie viele Menschen in ziemlich witzige Bewusstseinszustände versetzen. Die Rückfrage eines erstaunten Anzeigenverkäufers vor wenigen Tagen: „Sie entscheiden das jetzt einfach so und buchen die Anzeige?“ Und ich sage einfach: „Ja!“ So leicht kann das Leben sein.

Haben Sie schon mal eine Entscheidung bereut? Das ist im Übrigen Zeitverschwendung. Denn Sie können sie nicht rückgängig machen. Wenn Sie gerade im Begriff sind, eine Entscheidung nicht zu treffen, weil Sie sie bereuen könnten, dann treffen Sie sie gleich jetzt. Bitte. Jetzt! Na sehen Sie, so einfach war es. Ach so, nun setzt der innere Dialog wieder ein und Sie hören dauernd dieses „Was wäre wenn und überhaupt …“ Dann drehen Sie diese Stimme, die vielleicht von rechts kommt oder von links einfach leise und genießen vielleicht das erste Mal seit Jahren die Ruhe in Ihrem Kopf.

Schon entschieden – so einfach war das

Wie sind die meisten Entscheidungen so leicht? Eine typische NLP-Antwort ist, dass wir die Entscheidung bereits in dem Moment getroffen haben, in dem wir von der Entscheidung sprechen. Diese Sichtweise mag ich, denn sobald ich über A und B oder vielleicht A, B, C, D und E nachdenke, weiß ich schon, wo es lang geht. Und wenn dann B die nahe liegende und zugleich unbequeme und mühsame Entscheidung ist? Dann treffen Sie sie. Leichtigkeit ist kein Kriterium für die Qualität der Entscheidung, die Sie gerade getroffen haben. Die Ehrlichkeit zu sich selbst ist der bessere Ratgeber und auch der weisere.

Raten lässt sich dabei als Außenstehender kaum und ich habe beobachtet, dass vor allem Gegenbeispielsortierer genau in die Richtung rennen, die nicht so gut tut, weil jemand im Umfeld den Rat gegeben hat. Was ist also mit der besten Freundin, die immer alles besser weiß. Lassen Sie die außen vor, wenn es um Ihre Wahrheit geht. Es mag heute leichter sein, sich zu verbiegen, obwohl Sie längst wissen, dass Ihr Weg ein anderer ist. Nur ist das nicht der Weg der persönlichen Freiheit, und die steht im Modell des NLP, das wir an der fresh-academy vertreten, absolut oben.

Gute Entscheidungen fühlen sich also nicht deshalb gut an und sie sehen auch nicht gut aus, weil sie leicht sind. Gute Entscheidungen sind die, die uns voran bringen in die Richtung, von der wir längst wissen, das sie uns gut tut. Dass Sie dabei sowieso nur eine für sich richtige Entscheidung treffen können, ist ein anderes Geheimnis, das ich vielleicht in einem der nächsten Newsletter lüfte. Oder doch erst in Ihrem nächsten Seminar bei uns.