(von Sanny)

Walt Disney war ein großer Träumer und Visionär, dem es immer wieder gelang, seine großen Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei hat ihn unter anderem ein besonderes Verhalten unterstützt, das als „Walt-Disney-Strategie“ bekannt wurde: Disney unterschied bewusst drei verschiedene Phasen in seinem Kreativitätsprozess und trennte diese sogar räumlich und zeitlich voneinander. Es waren die Phasen des Träumers, des realistischen Planers und die des konstruktiven Kritikers.

Auch in unseren Zielerreichungsprozessen können wir diese drei Phasen wiederfinden.

Am Anfang steht der Träumer – vorausgesetzt, wir lassen ihn zu Wort kommen. Er entwickelt ein Ziel, eine Vision, eine Vorstellung davon, wie unser Leben aussieht, sobald es richtig toll ist. Dann könnte der Realisierer ans Werk gehen und Möglichkeiten finden, um unsere Träume tatkräftig umzusetzen. Unser konstruktiver innerer Kritiker würde uns dabei die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten lassen und uns Umwege ersparen.

Tatsächlich erlebten viele von uns den inneren Kritiker bisher aber in einer anderen Rolle: Meist nörgelte er wenig konstruktiv an unseren Träumen und Plänen herum.

Haben Sie einmal darauf geachtet, wie sich Ihr innerer Kritiker äußert und welchen Einfluss er auf Ihre Entscheidungen hat? Ging es Ihnen auch schon einmal so, dass er bereits zu kritisieren begann, sobald Sie auch nur daran dachten, Ihrem Träumer ein wenig Zeit zu schenken?

Viele von uns wurden zu „realistischen Menschen“ erzogen. „Träumen ist Kinderkram!“ hörten wir oft und, sobald wir träumten, fing unsere kritische, innere Stimme an sich einzumischen und den Prozess aufzuhalten. Wir haben diesem Kritiker sogar einen sehr gesellschaftsfähigen Namen gegeben: Wir nannten ihn „Vernunft“. Das war für viele Menschen  Maß aller Dinge. Vernunftsentscheidungen wurden akzeptiert, Gefühls- oder Bauchentscheidungen oft eher belächelt. In einschlägigen Ratgebern finden wir Tipps wie das Anfertigen von Pro- und-Contra-Listen mit Für- und Widerargumenten. Was dabei herauskommt, wurde als „gut durchdachte“ und damit bestmögliche Entscheidung angesehen.

Im Rückblick mussten wir allerdings oft feststellen, dass Vernunftsentscheidungen nicht die besten waren und, dass sie selten dazu geführt haben, dass das Leben klasse wurde. Wie oft ging es Ihnen in Entscheidungssituationen so, dass sich gerade die „vernünftige“ Option einfach gar nicht gut anfühlte?

Also, das war offensichtlich nicht der richtige Weg zum Realisieren einer Vision!

Die wirklich erfolgreichen Menschen (wie z.B. Walt Disney) waren und sind alles andere als vernünftig! Im Gegenteil: Sie haben verrückte, illusorische, visionäre Ideen, die zu Beginn von kaum jemandem ernst genommen werden. Und sie lassen sich nicht beirren. Sie träumen und träumen und träumen. Und sie malen Ihre Träume! Sie hören auf ihren inneren Kritiker nur dann, wenn er konstruktiv argumentiert. Und dann lassen Sie den Realisierer die Möglichkeiten und Chancen finden, die sie weiterbringen. So wird ihre Vision zur Realität!

Lassen Sie Ihren inneren Träumer wieder träumen und hören Sie Ihrem Kritiker nur zu, solange er konstruktiv und unterstützend argumentiert. Je mehr Zeit Sie auf Ihre Vision verwenden, je detaillierter Sie diese durchdenken und beschreiben, desto stärker ist Ihr Fokus genau auf dieses Ziel gerichtet.

Malen Sie Ihre größte Vision doch einmal! Egal ob Sie Talent haben, oder nicht! Beim Malen nutzen sie automatisch alle Wahrnehmungskanäle: Sie stellen sich das Ziel plastisch vor,  Sie hören, sehen, fühlen, riechen, schmecken das Ergebnis! Sie sind schon ganz da! Schauen Sie sich ihr Bild an und „baden“ Sie in Ihrer größten Vision….wieder und wieder! Das fühlt sich einfach unbeschreiblich motivierend an und es macht so viel Spaß!

Es gibt einen Grund, warum gerade diese Bilder so unglaublich machtvoll sind und das Gemalte immer zur Realität wird: Worauf wir uns konzentrieren, das wächst! Wir senden beim Träumen und Malen eine unglaubliche Energie aus. Dann erleben Sie plötzlich, wie Informationen fließen, die Sie vorher nicht hatten und wie „Zufälle“ Sie unverhofft ein Stück weiterbringen. Das kennen Sie auch! Stimmts?

Schauen Sie sich Ihre Vision immer und immer wieder an! Der Weg zu Ihrem Ziel findet sich, sobald Sie loslaufen! Viel Spaß!

Den Gehenden legt sich der Weg unter die Füße.

Martin Walser