(von Sanny) In den 1990er Jahren entwickelten Robert Dilts und Topp Epstein das „Walt-Disney-Modell“.
Robert Dilts gehörte zu der Arbeitsgruppe um John Grinder und Richard Bandler, den Gründern des NLP und war maßgeblich an der Weiterentwicklung des NLP beteiligt.
Walt Disney war ein großer Träumer und Visionär, dem es wie nur wenigen anderen gelang, seine Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei ging er nach einer bestimmten Methode vor. Er unterschied bewusst drei verschiedene Phasen in seinem Kreativitätsprozess und trennte diese sogar räumlich und zeitlich voneinander. Es waren die Phasen des Träumers, des realistischen Planers und die des konstruktiven Kritikers, gerne an der fresh-academy auch Konsequenzer genannt. In Zielerreichungsprozessen lassen sich diese drei Phasen wiederfinden und sinnvoll integrieren.
Am Anfang steht der Träumer – vorausgesetzt, wir lassen ihn überhaupt zu Wort kommen. Mit ihm entwickeln wir eine Vision, eine Vorstellung davon, wie unser Leben aussehen könnte, wenn es richtig toll wäre. Dann könnte der Realisierer ans Werk gehen, einen konkreten Plan entwerfen und unsere Träume tatkräftig umsetzen. Das könnte manchmal zu ziemlich skurrilen Ergebnissen führen, aber zum Glück gibt es da auch noch den Kritiker in uns. Er lässt uns, unsere Ideen aus verschiedenen Perspektiven betrachten und warnt uns vor Sackgassen. Oft hilft uns gerade das, unsere Pläne zu optimieren. Tatsächlich erleben viele von uns den inneren Kritiker aber in einer anderen Rolle: Meist nörgelt er eher wenig konstruktiv an unseren Träumen und Plänen herum.
Haben Sie einmal darauf geachtet, wie sich Ihr innerer Kritiker äußert und welchen Einfluss er auf Ihre Entscheidungen hat? Geht es Ihnen oft so, dass er bereits zu kritisieren beginnt, sobald Sie auch nur daran denken, Ihrem Träumer ein wenig Zeit zu schenken?
Viele von uns sind zu „realistischen Menschen“ erzogen worden. „Träumen ist Kinderkram!“, hören wir oft und, sobald wir träumen, fängt unsere kritische, innere Stimme an sich einzumischen und den Prozess aufzuhalten. Wir haben diesem Kritiker sogar einen sehr gesellschaftsfähigen Namen gegeben. Wir nennen ihn „Vernunft“. Und die ist für viele Menschen heute Maß aller Dinge. Vernunftsentscheidungen werden akzeptiert, Gefühls- oder Bauchentscheidungen oft eher belächelt.
Wir werden angehalten, uns in Entscheidungssituationen Pro- und-Contra-Listen anzufertigen und die vernünftigen Für- und Widerargumente aufzulisten und abzuzählen. Was dabei herauskommt, wird als vernünftige Entscheidung angesehen.
Dann müssen wir im Rückblick allerdings oft feststellen, dass unsere Vernunftsentscheidungen nicht die besten in unserem Leben waren und, dass sie selten dazu geführt haben, dass wir uns wirklich gut fühlen. Wie oft geht es Ihnen in Entscheidungssituationen so, dass sich gerade die „vernünftige“ Option einfach gar nicht gut anfühlt?
Und dann gibt es da noch etwas anderes, was uns kritisch aufhorchen lässt: Die wirklich erfolgreichen Menschen (wie z.B. Walt Disney) waren und sind alles andere als vernünftig! Im Gegenteil: Sie haben verrückte, illusorische Ideen, die zu Beginn von kaum jemandem ernst genommen werden. Und sie lassen sich nicht beirren. Sie träumen und träumen und träumen. Sie hören auf ihren inneren Kritiker nur dann, wenn er konstruktiv argumentiert. Und dann gehen sie ans Realisieren.
Lassen Sie Ihren inneren Träumer wieder träumen und hören Sie ihrem Kritiker nur zu, solange er konstruktiv und unterstützend argumentiert. Je mehr Zeit Sie auf Ihre Vision verwenden, je detaillierter Sie diese durchdenken und beschreiben, desto stärker ist Ihr Fokus genau auf dieses Ziel gerichtet.
Worauf wir uns konzentrieren, das wächst!
Und dann erleben wir plötzlich, wie Informationen fließen, die wir vorher nicht hatten und „Zufälle“ bringen uns unverhofft wieder ein Stück weiter.
Dann braucht es nur noch Mut und Zuversicht. Gehen Sie los und schauen Sie sich dabei Ihre Vision immer und immer wieder an! Den Weg zu Ihrem Ziel werden Sie beim Gehen finden! Schritt für Schritt!
Sanny