Wohl jeder Mensch hat von klein auf gelernt, den Regeln der anderen zu folgen. Das gehört schließlich dazu, spätestens in der Schule werden diese Regeln dann als entscheidend angesehen, jeder muss sich fügen. Angeblich funktioniert es nur mit Regeln. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ganz viele Menschen dann den Rest des Lebens nach den Regeln suchen, die ein perfektes Leben garantieren. Es muss diese Regeln geben, das steht außer Frage. Nur welche die richtigen sind, das bleibt unklar.
Das wird auch immer wieder in Diskussionen deutlich, die ich bei dem einen oder anderen Vortrag oder Firmentraining führen darf. Das erste Argument ist oft: Wenn jeder nur das tut, was ihm Spaß macht, dann könne man ja jeden umlegen, den man treffen würde – im wahrsten Sinne des Wortes. So als würde unsere Gesellschaft nur aus verhinderten Massenmördern bestehen. Ein schräges Bild von Welt. Und zudem so, als würden die gemeinsam akzeptierten Gesetze und Regeln dieses verhindern.
Mich rief der Vater eines Teilnehmers an: Sein Sohn wolle seine Ehe beenden und das würde nicht in Ordnung sein, weil seine Kinder ihren Vater doch benötigen würden. Er müsse in der Beziehung bleiben, auch wenn diese schon seit Jahren mies laufe. Interessanter Nebenaspekt: Sein Sohn ist fast 50 Jahre alt! Wann wird dieser Vater seinem Sohn erlauben, seine eigenen Entscheidungen zu treffen? Wann ist der Sohn alt genug, um zu wissen, was ihm gut tut und was er will? Und wann wird der Vater die Entscheidung des Sohnes wirklich akzeptieren?

Im Alltag ist das alles bei vielen von uns subtiler. Die Gesellschaft bestimmt die Regeln, das lässt sich etwa in den Wirtschaftsmagazinen nachlesen: Nur wenn man ein Haus besitzt, kann man sich sicher fühlen. Und mit dem passenden Job. Und als Mann hat man sich so zu verhalten und als Frau eben so. Ungeschriebene Regeln und oft genug stellen unsere Teilnehmer fest, dass sie vielen dieser Regeln folgen, obwohl sie dadurch in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt werden.
Ich bin mir sehr sicher, dass wir immer dann den richtigen Pfad verlassen, wenn wir diesen Regeln folgen. Weil wir dann nicht aus dem guten Gefühl heraus handeln, sondern weil wir hoffen, dass es jemand anders besser weiß als wir selbst. Ob das der Erziehungsberater des Jugendamtes, der Bankberater, der Therpeut oder der Arzt ist – alle anderen wissen angeblich besser als wir selbst, was für uns das Richtige ist.

Wie schön wäre es, wenn Sie genau an dieser Stelle heute die Wende einleiten würden? Sie können den Zugang zu Ihren Gefühlen finden und immer im Abgleich mit dem Gefühl Ihre Entscheidungen treffen. 
Ich glaube, dass wir dann Hand in Hand eine Welt erschaffen, in der wir wirklich leben wollen. Eine Welt, die von der Liebe geprägt ist, der Liebe, sich selbst und jeden anderen so anzunehmen, wie er oder sie ist. 
Prüfen Sie es mal nach: Menschen, die andere kritisieren, leben selbst nicht ihren Traum! Das ist meine These und viele Teilnehmer bestätigen mir das. Je mehr ich meinen Wunsch lebe, desto leichter kann ich die anderen einfach in Ruhe lassen. Und das ist die Lösung für jeden von uns: Finden Sie heraus, was Ihre Regeln sind, was Ihr großer Lebenstraum ist. Und dann machen Sie Ihren Frieden damit, dass andere Menschen andere Wünsche haben. Sie werden sehen, das finden Sie dann völlig normal. Probieren Sie es doch einfach mal aus.