Ich höre gerade als Vorbereitung auf diesen Text ein Lied von James Last, Biscaya. Entspannung pur ist das für mich, es ist einfach eine Wohlfühlwelle, die bei dieser Musik durch meinen Körper strömt. Herrlich! Und ich denke darüber nach, woher unsere Vorlieben kommen. Meine Eltern haben diese Musik von James Last immer gehört, haben dazu getanzt. Zu einer Zeit, als es die Musik noch auf Schallplatten gab – ausschließlich. Ich mag ja CDs lieber, die verkratzen nicht so leicht und sind kleiner und leichter. Und offen gestanden arbeite ich noch an meiner digitalen Musikbibliothek. Die will sich noch nicht so ganz in mein Lebensgefüge einfinden. CD einschieben, hören, rausnehmen, fertig!

Kann ich mich umstellen? Ja, natürlich! Will ich? Manchmal! Ich beobachte mich dabei, was mich zu neuen Verhaltensweisen motiviert: Am einfachsten ist es mit neuen, großen Zielen. Wenn ich etwas wirklich will, wenn ich mich nach dem Ergebnis sehne, dann wird auch ein neues Verhalten möglich. Oft sogar kommt dann das neue Verhalten eher beiläufig, fast schon zu einfach zu mir.

So saß ich vor ein paar Tagen mit einem wundervollen Teilnehmer zusammen und wir fanden heraus, dass es seine Lieblingsbeschäftigung ist, Probleme zu lösen. Der Haken an der Sache: Ohne Probleme fällt es ihm schwer, sich für etwas zu motivieren. Und dazu kommt erschwerend hinzu, dass das Gehirn so gerne Probleme löst, dass es sich selbst welche macht, wenn es an großen (Lebens-) Zielen mangelt. Und damit befand er sich, wie viele andere Menschen auch, in einer endlosen Problemschleife. Toll war, dass er sie alle löste, eines nach dem anderen. Er war im Lauf der Jahre zu einem Problemlösungsspezialisten geworden. Nachteilig wirkte sich dabei allerdings aus, dass für ihn die Welt praktisch nur aus Problemen bestand – ein spezielles Weltbild.

Jetzt ist es an der Zeit, dieses alte Suchtverhalten loszulassen. Ja, es ist eine Sucht, glaube ich. Es kann die Sucht nach Anerkennung sein, oder die Sucht, gebraucht zu werden oder nicht nutzlos zu sein. Gehen Sie ehrlich mit sich selbst um und fühlen Sie das Gefühl jetzt gleich. Es mag unangenehm sein, aber das ist nur für kurze Zeit.

Denn überlegen Sie doch mal, wie viele alte Verhaltensweisen Sie bereits hinter sich gelassen haben. Sie benötigen keine Windel mehr, lutschen nicht mehr am Daumen, können laufen statt nur zu krabbeln. Und das geht ganz lange so weiter, Sie sind eine Expertin bzw. ein Experte für die persönliche Weiterentwicklung. Und manches Mal fiel es Ihnen leicht, weil Sie das neue Verhalten so sehr haben wollten, Sie es sich so sehr gewünscht haben.

Sie können sich immer mal wieder auf die Schönheit des Lebens besinnen, auf den Gesang eines Vogels draußen in der Natur, das Plätschern des Regens, auf Ihre Atmung und Tausende andere Dinge, die ein Wunder sind. Sie erwachen einfach wieder in diesem Moment, sind ganz da im Augenblick und werden sich bewusst: Alles ist gut! Alles ist wirklich gut! Sie können sich sanft zurücklehnen und entspannen. Die Welt dreht sich, die Sonne scheint, alles ist in bester Ordnung, weil die großen Dinge, die wirklich wichtigen, völlig okay sind: Sie leben und das ist schon ein riesengroßes Wunder für sich!