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Das mache ich mal schnell!

29 Dez 2018, Geschrieben von map in Allgemein, Persönliches

Das ist eines der wichtigsten Themen im Businessalltag und vielleicht auch Zuhause: Ich mache das noch schnell. Natürlich gibt es dazu in Zeitmanagement-Seminaren und Ratgebern ganz tolle Hinweise. Etwa den, dass man alles sofort erledigen soll, was man innerhalb von maximal zwei Minuten erledigen kann. Doch auch diese Technik kann ja dazu führen, dass man den ganzen Tag arbeitet, allerdings nur unendlich viele Zwei-Minuten-Aufgaben hinter sich bringt. Und am Ende des Tages sind dann viele dringende Aufgaben erledigt, mit den wichtigen Themen ist man dann allerdings nicht vorangekommen. Auf Dauer ist dann zwar der Alltag im Griff, die langfristige Perspektive fehlt jedoch und bekommt einfach zu wenig Aufmerksamkeit. Das kann einen Menschen sehr unzufrieden machen!
Wie kann man trotz einer solchen Gewohnheit die Prioritäten trotzdem richtig setzen? Das Modell des NLP bietet wie immer auch hierzu verschiedene Antworten. Die erste Antwort ist eine, bei der Sie sich auf die Bilder in Ihrem Innern konzentrieren dürfen: Wenn Sie mehrere Aufgaben haben, wo sehen Sie diese in Ihrem Kopf? Bei mir zum Beispiel sind diese Aufgaben rechts vorne auf Augenhöhe, es sind kleine Filme und zum Teil auch Zettel, auf denen die Aufgabe steht. Wenn ich etwa diesen Newsletter schreiben darf, dann sehe ich vor meinem inneren Auge den fertigen Newsletter und die verschiedenen Artikelblöcke, die ich schreiben darf, also etwa diesen Hauptartikel, die Newsblöcke, das Produkt des Monats. Und wenn ich dann an dem Newsletter arbeite, dann wird ein Block nach dem anderen fertig. Heute schreibe ich zum Beispiel den Hauptartikel zuletzt. Alle anderen Blöcke, die fertig sind, lege ich von rechts nach links auf einen imaginierten Stapel erledigter ToDos ab. Dieser Stapel rückt automatisch nach unten, wenn ich weitere Sachen erledigt habe.

Wie mein Gehirn arbeitet

Das ist ein schönes Beispiel für ein Modell von Welt, wie es ja im Modell des NLP so wichtig ist, denn meine persönliche Art, diese Information in meinem Kopf zu verarbeiten, hat natürlich einige Konsequenzen. Ich zeige Ihnen einige auf: Wenn ich zu viele Aufgaben vor mir habe, wirken die vielen Blöcke auf mich bedrängend, weil sie mir immer näher kommen. Dringende Aufgaben rücken dabei immer näher heran, wenn etwas sofort gemacht werden muss, ist diese Aufgabe praktisch direkt vor mir, maximal 20 Zentimeter von mir entfernt. Das kann Stress verursachen, wenn ich zum Beispiel gerade keine Zeit zur Erledigung habe.
Der Vorteil dieses von meinem Gehirn zufällig gewählten Systems ist, dass ich alle dringenden Aufgaben immer sozusagen auf dem Schirm habe, also vor mir sehe. Und tatsächlich geht mir nur selten eine Aufgabe verloren, die erledigt werden darf. Ein Nachteil: Ich tue mich nicht immer leicht, wenn es um das Abschalten geht, nehme das Business „gerne“ mit nach Hause und Aufgaben beschäftigen mich auch an freien Tagen. Das alles lässt sich logisch aus der Struktur erklären, wie ich die Bilder und Filme mit den Aufgaben in meinem Kopf organisieren. Wenn Ihnen das jetzt ein wenig schwerfällt, sich der Bilder und Filme in Ihrem Kopf bewusst zu werden, dann nehmen Sie sich einfach Zeit. Unsere Teilnehmer lernen das im Practitioner und daher weiß ich, dass dies ein wenig Bewusstheit erfordert.

Der Vergleich mit dem Schreibtisch

Lustig war folgendes: Als ich dieses Thema mit meiner Frau Wiebke besprach, wurde mir bewusst, dass ich meine Aufgaben auf meinem Schreibtisch falsch herum, also nicht richtig für mein Gehirn, anordne: Aktuell habe ich die neuen ToDos auf der linken Seite des Tisches. Da liegen in meinem Kopf allerdings die erledigten Sachen, und rechts steht der Monitor meines Computers. Sie können raten, was ich am meisten erledige und was gerade zu lange liegenbleibt: Meine E-Mails bearbeite ich mit schöner Regelmäßigkeit, die ToDos, die links liegenden ToDos haben es erheblich schwerer, abgearbeitet zu werden. Ich werde also nach dieser Erkenntnis die Aufgaben auf die rechte Seite umsortieren, dann fallen sie mir eher auf und ich kann sie schneller und leichter abarbeiten.

Dringend oder wichtig?

Der andere Aspekt, der beim Setzen von Prioritäten entscheidend und unersetzbar ist, ist die langfristige Perspektive: Nur, wer das angestrebte Ergebnis kennt, kann heute entscheiden, ob ihn etwas diesem Ziel näher bringt oder nicht. Im Businesskontext dürfen das auch qualitative Ziele sein, nicht nur finanzielle. Wo wollen Sie in fünf oder zehn Jahren sein? – so lautet die zentrale Frage. Oder, wie wir es an der fresh-academy formulieren, „Wie ist Ihr Leben in richtig?“
Nur dann, wenn Sie auf diese Frage eine konkrete Antwort haben, einen oder sogar möglichst viele Filme von diesem Traum in Ihrem Kopf haben, wissen Sie, ob Sie gerade etwas im wahrsten Sinne des Wortes Sinnvolles tun. Ist ja logisch und trotzdem legen die meisten Menschen einfach los, lange bevor es eine klare (Lebens-)Perspektive gibt. Leider kommt dieser Aspekt in den meisten Zeitmanagement-Trainings zu kurz. Und daher dürfen Sie bitte genau da ansetzen, wenn Sie Ihre Prioritäten richtig setzen und die Aufgaben entsprechend bearbeiten möchten.